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Dormagen
Römischer Limes in Dormagen soll Weltkulturerbe werden

Dormagen: Römischer Limes in Dormagen soll Weltkulturerbe werden
Das Modell des römischen Kastells Durnomagus. FOTO: S. Scheuss
Dormagen. Dormagen mit seinem römischen Kastell Durnomagus soll Weltkulturerbe werden. Zumindest, wenn es nach den länderübergreifenden Plänen geht, bei der Unesco den niedergermanischen Limes von Remagen bis zur Nordseeküste als besonders schützenswert anerkennen zu lassen. Ein antikes Stück Weltkulturerbe in Dormagen - "das wäre riesig", meint Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Die Chancen stehen gut, da auch der Hadrianswall in Großbritannien und der obergermanisch-rätische Limes in Deutschland schon Weltkulturerbe sind. Am Donnerstag wurde in Bonn eine Kooperation zwischen NRW, Rheinland-Pfalz und den Niederlanden vereinbart, um den Unesco-Antrag in allen betroffenen Städten und Gemeinden vorzubereiten.

Erst 2019 soll der Antrag für den 385 Kilometer langen Grenzabschnitt zwischen dem einstigen römischen Reich und Germanien gestellt werden. Er umfasst 30 historisch wertvolle Stätten. Eine davon ist das römische Kastell Durnomagus mitten in der City. Vor dem Historischen Rathaus sind die antiken Überreste noch zu sehen. Künftig wären sie Weltkulturerbe - wie der Kölner Dom, die Akropolis oder Pompeji. "Das würde die Identifikation mit Dormagen weiter stärken und ist eine enorme Chance auch für unser Stadtmarketing", sagte Lierenfeld. Bereits jetzt weist die Stadt stolz auf ihre römische Vergangenheit hin: mit archäologischer Ausstellung im ersten Stock des Historischen Rathauses oder der Stadtführung "Via Colonia per pedes".

Das einstige Hilfstruppenlager Durnomagus entstand im ersten Jahrhundert nach Christus. Es lag mitten zwischen den Römerstädten Köln und Neuss und diente den Truppen auch als Raststätte auf dem Zwei-Tages-Marsch. Außerdem bestand eine bedeutende Militärziegelei in der Nähe des heutigen Freibads Römer-Therme. In Nievenheim existierte eine Villa rustica, die der Versorgung der Reitereinheit in Dormagen mit Lebensmitteln und Pferden diente. Zwischen 393 und 402 wurden die Truppen zum Schutze Roms aus der Provinz Germania superior abgezogen.

"Wenn der Antrag auf das Weltkulturerbe durchkommt, werden wir uns noch intensiver mit der römischen Vergangenheit auseinandersetzen und Fundstätten wie etwa den Römerkeller noch besser erlebbar machen", kündigte Kulturdezernentin Tanja Gaspers an.

(cw-)
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