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Dormagen
Top-Examen: Aachener Uni ehrt Dormagenerin

RWTH Aachen ehrt Dormagenerin Gina Hölzel wegen Top-Examen
Die Dormagenerin Gina Hölzel hat ein hervorragendes Erstes Staatsexamen hingelegt. Die angehende Lehrerin macht gerade ihr Referendariat. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Gina Hölzel ist für ihr exzellentes Erstes Staatsexamen mit der Springorum-Münze der RWTH ausgezeichnet worden. Die 26-Jährige mit Abitur am Norbert-Gymnasium ist nun Referendarin in Neuss. Von Anneli Goebels

Den Hut wird sie in Ehren halten. Auch wenn er einfach nur aus schwarzer Pappe ist, hat er aber einen orangefarbenen Bömmel - und Eingeweihte wissen: Das ist das Zeichen, dass sie ein besonders gutes Examen gemacht hat. Zum Unterschied: Die meisten Studenten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH Aachen) hatten bei der Graduierten-Feier einen blauen Bömmel an ihrem Hut, den die Ex-Studenten nach den offiziellen Reden erleichtert und glücklich in die Luft schleuderten. Gejubelt hat auch die Dormagenerin Gina Hölzel, die vor der Feierstunde mit der Springorum-Denkmünze der RWTH ausgezeichnet worden war. Das werden nur solche, deren Abschlussnote mindestens 1,2 ist.

Hölzels Examensarbeit beschäftigte sich mit dem Werk "Soumission" des Franzosen Michel Houellebecq, in dem er eine politische Fiktion über das Frankreich im Jahr 2022 entwirft, das von einem islamischen Präsidenten regiert wird. Ein Buch, das polarisierte, und dem Autor den Vorwurf einbrachte, ein Rassist, Frauenhasser und Reaktionär zu sein. Falsch, weiß Hölzel nach intensiven Recherchen. "Houellebecq ist nicht islamphob", sagt sie. Schwierig, erzählt die 26-Jährige, sei die Suche nach Sekundärliteratur gewesen. "Es gab fast nichts, weil das Buch erst etwas über ein Jahr alt war, als ich mit der Arbeit anfing", erklärt sie. Daher habe sie den Autor selbst angeschrieben - leider ohne Erfolg, er antwortete ihr nicht. Beendet hat sie die Arbeit dennoch - eine 1,0 gab es dafür, eine 1,2 als Gesamtergebnis - und die Anfrage, ob sie nicht weiter an der Hochschule bleiben wolle, um ihren Doktor zu machen. Thema sollte der französische Wahlkampf sein.

"Das war sehr verlockend, ich musste auch einige Tage überlegen. Aber dann war doch klar, dass ich lieber Lehrerin werden wollte", erzählt Gina Hölzel.

Seit Sommer ist sie Referendarin am Neusser Quirinus-Gymnasium. "Es macht so einen Spaß", erzählt sie und hat sich eins vorgenommen: Im Französisch-Unterricht wirklich nur Französisch zu sprechen. Aber es gibt noch einen weiteren Plan: Gina Hölzel ist nämlich auch Fußballerin beim SV Rosellen, Position Verteidigerin, linke Seite. Fußball ist neben Frankreich ihre zweite Leidenschaft. In der Landesliga spielt die Truppe, Ziel ist der Aufstieg in die Niederrheinliga. Ihr Lieblingsclub, wen wundert's, ist Paris St. Germain. Ihre Liebe zum Fußballspielen hat sie übrigens erst mit 17 Jahren entdeckt. "Mein Vater meinte, Fußballspielen wäre was für mich und schleppte mich mit zu einem Spiel der Frauenmannschaft des VdS Nievenheim." Bis zu ihrem 13. Lebensjahr nämlich war sie Leistungsschwimmerin beim TSV Bayer Dormagen. Nun ist Kicken angesagt, auch ein Grund, warum sie nie nach Aachen gezogen, sondern immer mit dem Zug zur RWTH gefahren ist. "Zwei Mal in der Woche Training und dann am Wochenende die Spiele, das wäre mir zu viel Fahrerei gewesen", gesteht sie. Nun pendelt sie hauptsächlich zwischen Nievenheim, Neuss und Rosellen - überschaubar.

Quelle: NGZ
 
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