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Dormagen
Sammler zeigen viele ihrer Schätze

Dormagen: Sammler zeigen viele ihrer Schätze
Alloheim-Bewohnerin Trude Altmann im Gespräch mit Monika Kehl, die ihre selbst geschneiderten Turnierkleider mitgebracht hatte. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Bewohner des Alloheims und Besucher konnte viele Raritäten bewundern. Die Oldtimer blieben in den Garagen. Von Bernd Rosenbaum

Wer am Samstag eigens wegen der angekündigten Oldtimer-Autos zum Alloheim gekommen war, sah sich enttäuscht: Von den ursprünglich etwa 15 historischen Fahrzeugen, die an der Ausstellung auf Einladung der Initiative "Kulturbunt Dormagen" vor der Seniorenresidenz teilnehmen wollten, waren nur ein Motorrad und ein alter Mercedes mit Anhänger erschienen, der aber aufgrund des schlechten Wetters bald wieder das Weite suchte.

Entschädigt wurden die Besucher aber mit nicht minder interessanten Fahrzeugen, die im Innern des Alloheims - gut geschützt vor dem Regen - aufgebaut waren. Jan-Dirk Pauls aus Wegberg präsentierte im Gemeinschaftsraum des Heims einen kleinen Ausschnitt seiner Sammlung von Blechspielzeug aus den 1950er und 1960er Jahren. Von 1958 stammt zum Beispiel ein Polizeiauto der amerikanischen Highway-Patrol. Der schicke, batteriebetriebene Straßenkreuzer ist mit einer echten Fanfare ausgestattet, die die Geduld so mancher Eltern von einst gehörig auf die Probe gestellt haben dürfte. Auf den Vordersitzen haben es sich zudem zwei stilechte Blech-Cops bequem gemacht, von denen der Fahrer sein Gefährt sogar richtig lenken kann. Wie die ebenfalls noch vorhandene Original-Verpackung ausweist, ist das gut erhaltene Polizeiauto "Made in Japan". "Viel Blechspielzeug kam früher aus Japan", so Pauls. In Deutschland hingegen sei Nürnberg mit seinen vielzähligen Produktionsstätten das Blech-Mekka gewesen. Pauls, Mitbegründer des Dormagener Radio- und Phono-Museums, hat schon früh seine Leidenschaft für gestanztes Spielzeug entdeckt. Regelmäßig klapperte der heute 52-Jährige damals die Flohmärkte ab oder besuchte Auktionen in Wuppertal. An den Nervenkitzel beim Bieten erinnert er sich noch heute gut. "Mit Online-Auktionen wie Ebay kann man das nicht vergleichen", sagt er. Die Einführung des Euro habe den Sammlermarkt kaputt gemacht. "Was zu D-Mark-Zeiten noch 1500 Mark gekostet hat, wurde nach 2002 plötzlich für 1500 Euro gehandelt", erinnert er sich. Voller Leidenschaft ist auch Thomas Holzapfel für seine Sammlung. Zur Ausstellung in Dormagen war der 48-jährige Bochumer mit mehreren seiner alten Siemens-Filmprojektoren gekommen. Auf den wuchtigen Schätzchen, die bis 1969 gebaut wurden, präsentierte er einige Musik- und Jazzfilme aus den 1930er bis 1960er Jahren, denen Holzapfels eigentliches Interesse gilt. Mehrere hundert 16-Millimeter-Streifen lagern bei ihm Zuhause. "Eigentlich komme ich aus dem Schellack-Platten-Bereich", erklärt er, "aber irgendwann habe ich entdeckt, dass ich alte Filme viel spannender finde."

Für eine Sammlung ganz anderer Art interessierte sich hingegen Trude Altmann bei der Ausstellung. Die 77-Jährige, die erst seit ein paar Tagen im Alloheim wohnt, bewunderte den Kleiderfundus, den Monika Kehl mitgebracht hatte. Die Turniertänzerin näht sich ihre Garderobe selber. Kehls Fundus umfasst ein gutes Dutzend Roben. Hinzu kommen acht Petticoats für ihre zweite Leidenschaft neben dem Standardtanz , dem Boogie Woogie.

Quelle: NGZ
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