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Dormagen
Schafe "mähen" den Deich in Zons

Dormagen: Schafe "mähen" den Deich in Zons
Der Zonser Schäfer Giammaria Mossa mit seiner Herde sorgt nun für die Schafsbeweidung des Deiches. Der Deichverband schloss mit ihm einen Vertrag für dieses Jahr. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Probeweise für das ganze Jahr 2016 werden die Schafe des Zonsers Giammaria Mossa auf dem Deich für den tierischen "Rückschnitt" des Grases sorgen. Damit vermeidet der Deichverband den Einsatz von schweren Maschinen. Von Carina Wernig

In den vergangenen Monaten waren Schafe wieder ein vertrauter Anblick auf dem Deich rund um Zons. Seit September des vergangenen Jahres weiden die Schafe des Zonser Schäfers Giammaria Mossa auf Flächen des Deichverbandes Dormagen/Zons. Das Weidegebiet war zunächst auf den von der Deichstraße in nördlicher Richtung abzweigenden Leitdeich, dann auf den Banndeich vor der Stadt Zons beschränkt.

Die in dieser ersten Erprobungsphase gewonnenen Erfahrungen bestärken den Deichverband darin, jetzt einen Schritt weiter zu gehen: "Die Schafe des Schäfers Mossa sollen nun probeweise das gesamte Jahr 2016 über die einer Beweidung zugänglichen Flächen des Deichverbandes abgrasen", erklärte Deichgräf Reinhard Hauschild, der mit dem Schäfer Giammaria Mossa zu Jahresbeginn eine entsprechende vertragliche Vereinbarung unterzeichnetet hatte.

Mit diesem tierischen "Rückschnitt" will der Deichverband den Einsatz großer Maschinen vermeiden, wie Hauschild erläuterte: "Die Vorteile einer früher traditionellen Beweidung der Deiche mit Schafen liegen auf der Hand: Die Schafe treten mit ihren Hufen die Deichoberfläche fest, vertreiben dabei deichschädliche Kleintiere wie Mäuse und Maulwürfe. Zudem halten die Schafe die Grasnabe kurz und fördern mit ihren Ausscheidungen den weiteren Wuchs des Grases." Zudem kommt nun die Förderung eines Dormagener Schäfers hinzu: "Da liegt es nahe, mit dem örtlich ansprechbaren Schäfer Mossa eine Vereinbarung zu treffen, die sich auf alle Flächen des Deiches und über das gesamte Jahr erstreckt", ergänzte Technischer Heimrat Hartmut Aschenbruck.

Zunächst gilt der Vertrag für 2016. Die über das Jahr gewonnenen weiteren Erkenntnisse und Erfahrungen sollen die Grundlage sein, um die künftige Schafsbeweidung für die Jahre 2017 bis 2022 ausschreiben zu können. "Ich freue mich sehr über diesen Auftrag vor den Toren meines Wohnortes. Aus fachlichen wie aus persönlichen Gründen bin ich wie meine Partner aus dem Deichverband bestrebt, die Schafsbeweidung im Jahr 2016 zu einem Erfolg in beiderseitigem Sinne zu führen", so beschreibt Schäfer Giammaria Mossa seine Position.

Natürlich müssten bei einer ganzjährigen Schafsbeweidung einige Grundregeln beachtet werden, so die Vorstandsmitglieder des Deichamtes: Beispielsweise müssen die Schafe rechtzeitig nach dem Abweiden einer Fläche auf neue Flächen umgesetzt werden. Sollte der Boden nach einer sehr langen Regenperiode zu nass sein, müssen die Schafe auf andere Flächen gebracht werden. Der Deichverband stellt dazu Ausgleichsfläche zur Verfügung, auf denen die Schafe auch im Falle eines Hochwassers bleiben können.

"Eine solche Erprobung bleibt nicht frei von Bedenken, vor allem solchen aus der Landwirtschaft", erklärte Hauschild. Diese nehme der Deichverband ernst und ziehe zur Sicherung der Fachlichkeit den Sachverstand der Landwirtschaftskammer NRW hinzu. "Deren Experten bestätigen die bisher gemachten positiven Erfahrungen", sagte Hauschild.

Quelle: NGZ
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