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Dormagen
Schon 115 Ehrenamtler sind für Flüchtlinge aktiv

Dormagen: Schon 115 Ehrenamtler sind für Flüchtlinge aktiv
FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Die Zahl der Ehrenamtler in der Flüchtlingshilfe ist stark gestiegen. Die der Asylsuchenden auch - die Stadt sucht dringend freie Wohnungen. Von Carina Wernig

Im Oktober waren es 73 Dormagener, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagierten, zwei Monate später im Dezember sind es bereits 115. Diese positive Entwicklung stellte Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlinge in Horrem heraus: "Das ist ein tolles Engagement, das zeigt, dass die Bereitschaft zu helfen, nicht abreißt", sagte Lierenfeld. Von den 42 passiven Ehrenamtlern, die vor zwei Monaten noch nicht eingesetzt werden konnten, wurden 15 inzwischen vermittelt, so dass nun noch 27 "aktiviert" werden müssen.

In den sechs "Café Grenzenlos" in Delrath (2), Horrem, Rheinfeld, Mitte und Hackenbroich können Ehrenamtliche und Nachbarn die Asylsuchenden kennenlernen und dabei auch deren Spracherwerb fördern. "Gehen Sie dorthin und erleben Sie, wie aus den Zahlen Gesichter werden", forderte Lierenfeld zur Begegnung mit Flüchtlingen auf. Weitere Infos unter www.dormagen.de/fluechtlinge im Internet.

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Mit einem Appell wendet sich die Stadtverwaltung an Dormagener Vermieter. "Wir suchen schnellstmöglich weitere Wohnungen, um die sehr großen Herausforderungen bei der Flüchtlingsunterbringung bewältigen zu können", erklärt der Erste Beigeordnete Robert Krumbein auf der Internetseite der Stadt. Zurzeit sind rund 100 der 658 zugewiesenen Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht. Mit den 350 Plätzen in den beiden Landes-Notunterkünften stoße die Stadt mit knapp 1000 Unterbringungen an ihre Grenzen. Krumbein: "Mit unseren räumlichen Kapazitäten sind wir jetzt am Ende." Fünf Stadtmitarbeiter wurden aus der Rente zurückgeholt, um Hinweisen auf Wohnungen nachzugehen. Die Hotline ist unter 02133 257-622 zu erreichen.

Wie der Bürgermeister in Horrem erklärte, seien die Zuweisungen nicht planbar: "Jetzt sind es 51, davor waren es 76, davor 41 und davor 25 in der Woche." Ausgegangen war die Verwaltung bei ihren Hochrechnungen von einem Schnitt von 25 Asylsuchenden pro Woche.

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Bis Ende Januar sollen zwei weitere Unterkünfte für insgesamt bis zu 250 Menschen am Sportplatz in Horrem und im Gewerbegebiet Top West geschaffen werden. Das hatte der Hauptausschuss einstimmig gebilligt. An der Kieler Straße soll als erster verwirklichter neuer Standort ein "Willkommenszentrum" entstehen. "Bis dahin müssen wir aber erst einmal über die Runden kommen", betont Krumbein. Jedes brauchbare städtische Gebäude werde zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt, so auch der Archiv-Trakt der Alten Schule Hackenbroich, wo bald 35 Flüchtlinge einziehen werden.

"Ohne die Unterstützung auch durch die Dormagener Vermieter werden wir die Phase bis Ende Januar nicht überbrücken können", sagt Krumbein. Wobei sich der Mietpreis im Rahmen des gültigen Mietspiegels bewegen sollte. Die Alternative wäre, neben der Sporthalle an der Beethovenstraße weitere Turnhallen im Stadtgebiet mit Flüchtlingen zu belegen. Das wolle die Stadt jedoch nach Möglichkeit vermeiden.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Quelle: NGZ
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