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Dormagen
Schulen sorgen sich um ihren Sportplatz

Dormagen: Schulen sorgen sich um ihren Sportplatz
Die Sportlehrer sorgen sich um den Erhalt der Sportanlage an der Beethovenstraße, v. l.: Safak Kadioglu (Sekundarschule), Helen Frede, Nora Slawik (beide Bettina-von-Arnim-Gymnasium), Jürgen Mölders (Erich-Kästner-Grundschule). FOTO: kds
Dormagen. Verwaltung und Politik wollen auf dem Sportplatz an der Beethovenstraße Wohnungen bauen. Dagegen regt sich Widerstand von Schulen. Sie betonen die Notwendigkeit einer Sportanlage in einem Schulzentrum. Von Klaus D. Schumilas

Im größten Schulzentrum der Stadt geht die Sorge um, dass bald keine ausreichenden Sportmöglichkeiten mehr für die Schüler bestehen. Denn nach Überlegungen der Stadt, die auch von weiten politischen Kreisen unterstützt werden, soll der Sportplatz an der Beethovenstraße geschlossen und für Wohnungsbau nutzbar gemacht werden. Zur Disposition steht möglicherweise auch die daneben stehende Sporthalle. "Wir sind in großer Sorge", sagt Theodor Lindner, Direktor des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums. Von Frühling bis Herbst werde die Sportanlage täglich von ein bis zwei Klassen genutzt. Er spricht von einem "Standortnachteil" gegenüber dem Norbert- und dem Leibniz-Gymnasium. Befürchtungen äußert auch Monika Scholz, Rektorin der Erich-Kästner-Grundschule. Sie hält "bei allem Sparzwang eine Sportanlage für ein solch großes Schulzentrum für notwendig."

Nora Slawik ist Sportlehrerin am BvA. Sie rechnet vor: "Wenn wir mit dem Bus zur Sportanlage in Zons fahren, bleiben uns nur noch 30 Minuten für den Unterricht übrig. Das ist einfach zu wenig." Bettina Mazurek, Leiterin der Sekundarschule, wünscht sich "einen Sportplatz in fußläufig erreichbarer Nähe". Sollte der jetzige wegfallen, müsse die Stadt eine Alternative zur Verfügung stellen, "denn ohne geht es nicht". Ein Bustransport ersetzt dauerhaft keinen Sportplatz. Im Sommer hatte die Verwaltung erklärt, dass sie prüfe, ob der Sportplatz an der Beethovenstraße aufgegeben und für moderate Wohnbebauung in Bahnhofsnähe genutzt werden könne. Dazu müssten Schul- und Vereinssport auf andere Anlagen verteilt werden. Das befürwortete auch die CDU, die dazu im September einen Antrag im Planungsausschuss stellte. Dort verständigten sich die Ausschussmitglieder darauf, die Sportanlage aufzugeben und dezentrale Kleinspielfelder im Bereich des Schulkomplexes sowie die stärkere Nutzung der Anlage des TSV Bayer zu prüfen. Auch die Aufgabe der Sporthalle soll geprüft werden. Die Kinder der Kästner-Grundschule absolvieren ihre Bundesjugendspiele auf dem Sportplatz - unter reger Anteilnahme der Eltern. "Diese Atmosphäre würde bei einem Transport nach Zons wegfallen", sagt Monika Scholz.

Wenig Begeisterung löste im Schulzentrum die Ankündigung aus dem Rathaus aus, dass die Weitsprunganlage auf dem Geländekomplex - dieses Areal wird intern scherzhaft auch "Hasen"- oder "Stolper"-Wiese genannt - erneuert werden soll. "Ein Zeichen für uns, dass hier etwas saniert werden soll, weil man die Sportanlage wegnehmen will", mutmaßt Scholz. Sie und Lindner erinnern auch an die schwierigen Bedingungen, die beim Schulsport in der Dreifachhalle herrschen. "Das Problem mit der Akustik besteht weiterhin", sagt Lindner. "Wenn sich dort 60 bis 80 Schüler in der dreigeteilten Halle aufhalten, ist das unzumutbar laut für alle." Lindner und seine Kollegen erwarten, in die weiteren Überlegungen einbezogen zu werden.

Quelle: NGZ
 
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