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Dormagen
Schulzentrum wird zur Groß-Baustelle

Dormagen. Spätestens ab Sommer nächsten Jahres werden Bauarbeiter im Leibniz-Gymnasium und in der Realschule Hackenbroich ein- und ausgehen. Drei Millionen Euro werden dort ausgegeben, für Fenster oder eine neue Mensa. Von Klaus D. Schumilas

Wenn Herbert Kremer zum Mikrofon greift, um eine Durchsage für die Schüler des Leibniz-Gymnasiums zu machen, dann hören die Schüler in der benachbarten Realschule gleich mit, was der Direktor auf dem Herzen hat. Die Beschallungsanlage ist vier Jahrzehnte alt, funktioniert noch analog und hat keine zwei getrennte Systeme. Das soll im nächsten Jahr anders werden. Für rund 660.000 Euro wird im Schulzentrum Hackenbroich eine neue, moderne Anlage installiert, die von beiden Schulen getrennt voneinander genutzt werden kann. "Sie ist deshalb so teuer, weil sie brandschutztechnisch so geschützt werden muss, dass sie auch im Ernstfall funktioniert", sagt Armin Schlangen, Leiter des Hochbaubereichs im städtischen Eigenbetrieb. Denn auch bei Feuer oder einem Amoklauf muss sie perfekt laufen. Diese Erneuerung ist nur ein Teil eines Gesamtpakets, das für das Schulzentrum geschnürt wird. Im Rahmen eines ganzheitlichen Sanierungskonzeptes werden dort mindestens drei Millionen Euro ausgegeben. Abgeschlossen ist die Maßnahme laut Plan im Dezember 2018.

Mit "großer Freude" blickt Alois Moritz dem Beginn der Arbeiten entgegen. Der Leiter der Realschule weiß um den Handlungsbedarf an seiner Schule, nicht nur, was die Beschallungsanlage betrifft. Für ihn stellt sich dann die Frage, wie die Arbeiten mit dem regulären Schulbetrieb vereinbarten werden. "Wenn dann ein kompletter Flur gesperrt werden muss - das geht nicht. Wir brauchen alle Räume", sagt er. "Es kann durchaus sein, dass zeitweise Container für vier Klassenräume aufgestellt werden müssen", sagt Armin Schlangen, "das muss mit den Schulleitungen abgesprochen werden. Es geht um die Erneuerung aller Fenster und Fassaden des Komplexes. Wärmedämmung Brandschutzarbeiten spielen eine zentrale Rolle. Zudem können sich die Schüler auf eine neue, gemeinsam zu nutzende Mensa freuen.

Im ersten Schritt wird jetzt das Vergabeverfahren für ein Ingenieurbüro vorbereitet, das diese ganzheitliche Planung und Terminkoordinierung für das Schulzentrum vornehmen soll. Anfang des Jahres oder im Frühjahr könnten die einzelnen Gewerke vergeben werden, so dass spätestens in den Sommerferien 2017 Baustart wäre. Auf dem Weg dahin mussten die Eigenbetriebe einen Rückschlag hinnehmen. Denn das Rechnungsprüfungsamt erteilte dem Ansinnen eine Absage, die Ingenieurarbeit in Teilleistungen auszuschreiben. Das widerspreche der Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF), hieß es. "Es ist unzulässig, demselben Auftragnehmer zunächst einen Teil der Leistungen in Auftrag zu geben und ihm später weitere Teilaufträge zu erteilen, um auf diese Weise den Auftrag in Teillose zu stückeln, die einzeln betrachtet unterhalb des Schwellenwertes (für eine europaweite Ausschreibung) liegen." Zunächst wollte die Verwaltung nur die Grundplanung eines Ingenieurbüros ausschreiben.

Quelle: NGZ
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