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Dormagen
Schutzgemeinschaft pflanzt Baum des Jahres

Dormagen. Es ist ein symbolischer Akt, um die jetzt ausgezeichnete Fichte mehr in die Öffentlichkeit zu bringen. Von Jonas Bongartz

Im Rhein-Kreis Neuss gilt Dormagen als waldreich, ist aufgrund des Bodens aber eher arm an den weit verbreiteten Fichten. Das will Marc Pellekoorne, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen (SDW), "im April zum symbolischen Gedenken an Fichten in Dormagen" zumindest ein kleines Stück weit ändern". Die "Dr. Silvius Wodarz Stiftung" kürte jetzt den Nadelbaum zum "Baum des Jahres" 2017, den die SDW wie jedes Jahr dann auch im kommenden Frühling im Dormagener Waldgebiet pflanzen will.

"Dormagen galt lange als Versuchsfläche, um weniger weit verbreitete Baumarten in unserem Klima zu testen", erklärt Pellekoorne. Daher und wegen unpassender Umweltbedingungen besteht der Dormagener Wald, im Gegensatz zu vielen anderen Gebieten Deutschlands, zu 95 Prozent aus Laubholz und beherbergt kaum Fichten. "Die Fichte ist bei uns hier und da nur eine Mischbaumart."

Da zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Wald für den Schiffs-und Häuserbau, aber auch durch den hohen Holzverbrauch im Haushalt völlig übernutzt war, ist der schnell wachsende und anspruchslose Nadelbaum noch heute der häufigste Baum der Bundesrepublik. Auch wenn die Fichte heute bei der Papiergewinnung und als Weihnachtsbaum durchaus noch ihre praktische Verwendung findet, wird sie von Befürwortern der Artenvielfalt wegen ihrer Monokulturen oft geschmäht. Gerade deshalb solle mit der Wahl zum "Baum des Jahres" mehr Klarheit in die Diskussion um die künftige Entwicklung dieses Baumes gebracht werden. Auch kulturgeschichtlich findet der Baum nach wie vor durch seine vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten gerade in der Musik Beachtung. Nicht nur das Deckenholz der berühmten Stradivari-Geigen ist aus Fichtenholz angefertigt worden, nach wie vor nutzt man den Baum auch zur Herstellung von Cellos und Gitarren.

Wann genau ein weiteres Exemplar des sogenannten Brotbaumes der Forstwirtschaft im nächsten Jahr durch die SDW nach Dormagen kommt, ist noch nicht ganz klar. "Eine Änderung der Bepflanzung des Dormagener Waldes wollen wir dadurch natürlich nicht einleiten", sagt Pellekoorne. Dies sei auch nicht unbedingt möglich, da sich die hiesige Natur über die vergangenen Jahrzehnte auf Laubbäume ausgerichtet habe.

Quelle: NGZ
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