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Dormagen
Sechs Erzieher allein unter Frauen

Dormagen: Sechs Erzieher allein unter Frauen
Berufspraktikant Benedikt Hartwich, Sozialpädagoge Wolfgang Schwab, Kita-Leiter Michael Guderjahn, Pfarrer Frank Picht, Kita-Leiter Detlef Prill, Erzieher Luca Casertano und Kinderpfleger Frederick Müller (v.l.). FOTO: Georg Salzburg
Dormagen. Erzieher in Kindertagesstätten sind meistens weiblich - in den evangelischen Kitas in Dormagen arbeiten jedoch sechs Männer in unterschiedlichen Berufen. Pfarrer Frank Picht freut die männliche Unterstützung. Von Carina Wernig

In den sieben Kindertagesstätten des Evangelischen Sozialwerks Dormagen sind 80 Mitarbeiter beschäftigt, davon 63 als pädagogische Kräfte. "Dass davon sechs Männer sind, war zwar kein erklärtes Ziel, ist aber schön, da wir den Kindern so Frauen und Männer als Bezugspersonen bieten können", erklärt Pfarrer Frank Picht, Vorsitzender des Sozialwerks. Er freue sich immer, wenn sich ein männlicher Erzieher bewerbe, was aber kein Freibrief für eine Anstellung sei, wie Picht betont: "Da schauen wir natürlich auf die Qualifikation." Und die ist für alle gleich.

Die Wege in den Erzieher-Beruf sind mitunter vielfältig, wie die Männer berichten: Sie waren vorher Berufssoldat bei der Bundeswehr, Heimerzieher oder Maschinenschlosser. Und allein unter Frauen zu sein, ist zunächst auch durchaus gewöhnungsbedürftig, wie Detlef Prill (59), seit 1995 Leiter der Kita "Villa Kunterbunt", augenzwinkernd erzählt: "Das war schon eine Umstellung, dass sich die Gespräche mit zwölf Kolleginnen eher um Mode und Fernsehserien drehen und weniger um Fußball", gibt er lachend ein Klischee wieder, um sofort nachzulegen: "Dafür kenne ich mich da jetzt sehr gut aus, und die Arbeit mit den Kolleginnen macht viel Spaß."

Michael Guderjahn (46), seit einem Jahr Leiter der Nachbar-Kita "Die kleinen Strolche", hält Männer als Erzieher für lockerer, was das Herumtoben und das Klettern auf Bäume angeht: "Da sind Erzieherinnen zurückhaltender." Sind Männer also die besseren Erzieher? "Nein, natürlich nicht: Wir sind alle Profis und haben vielleicht nur eine persönliche Note, wie wir unsere Arbeit angehen." Insgesamt hat ihn am Beruf gereizt, mitzuhelfen, dass die Grundlagen für das spätere Leben der Kinder gut gelegt werden. "Bei einem Praktikum im Kindergarten habe ich mich 1992 in die Arbeit verliebt, auch wenn der Job knochenhart ist", betont Guderjahn.

Dass nur so wenige Männer im Frauenberuf Erzieher(in) arbeiten, schreibt Pfarrer Picht auch den geringen Verdienstmöglichkeiten zu: "Als klassischer Frauenberuf wird er oft in Teilzeit ausgeübt und kann nicht als Haupteinnahmequelle für Familien dienen." Daran hat sich zwar im Laufe der Jahre nicht viel geändert, trotzdem sorgen Mitarbeiter wie der diplomierte Sozialpädagoge Wolfgang Schwab, der schon lange beim Sozialwerk arbeitet und stellvertretender Leiter der Zweigstelle der Kita "Sonnenblume" in der Christoph-Rensing-Schule ist, und Benedikt Hartwich, der als Berufspraktikant nun sein Anerkennungsjahr macht, für eine Unterstützung des männlichen Elements in den evangelischen Kitas. Seit dem 1. August ist Frederick Müller (23) als Kinderpfleger beim Sozialwerk angestellt, wo er in der Kita "Abenteuerland" arbeitet: "Die Arbeit mit Kindern macht viel Spaß." Das sieht auch Erzieher Luca Casertano (25) von der Kita "Villa Kunterbunt" so: Meistens wollen die Jungen mit ihm Fußballspielen und herumtoben, während die Mädchen in die Puppenecke gehen: "Ich bastel auch viel mit ihnen", erklärt er. Allen Erziehern liegt übereinstimmend die Vermittlung von Werten und Normen am Herzen.

Quelle: NGZ
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