| 00.00 Uhr

Dormagen
Seenotretter im Einsatz für Hund Monty

Dormagen: Seenotretter im Einsatz für Hund Monty
Edna Keller und Stefan Schülgen sind heilfroh, dass es Monty wieder gut geht. Ihr besonderer Dank gilt den Seenotrettern und der Tierrettung Friesland. FOTO: SCHÜLGEN
Dormagen. Als Feuerwehrmann im Löschzug Nievenheim ist Stefan Schülgen oft für Andere im Einsatz. Im Urlaub auf der Nordseeinsel Wangerooge benötigte er jetzt selber schnelle Hilfe - für seinen schwer kranken Hovawart. Von Stefan Schneider

Den Urlaub auf der Nordseeinsel Wangerooge hatten sich Stefan Schülgen und seine Lebensgefährtin Edna Keller ganz anders vorgestellt. Statt einiger Tage Entspannung wartete gleich in der ersten Nacht große Aufregung auf die Nievenheimer, die ihren Aufenthalt daraufhin abbrechen mussten. Und doch überwiegt jetzt die Freude. Denn ihr Liebling, der Hovawart Monty, der im Mittelpunkt banger Stunden stand und wegen eines verdrehten Magens zeitweise in akuter Lebensgefahr schwebte, ist inzwischen wieder wohlauf.

Dass das sich ab 0.30 Uhr anbahnende Tierdrama um den von schlimmen Schmerzen gepeinigten Monty ein gutes Ende fand, ist sicher einer Reihe von günstigen Umständen zu verdanken. Einen besonders großen Anteil an der Rettung des Hundes hat aber ein Wangerooger Team der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) um Vormann Roger Riehl, in deren Aufgabenbereich Tierrettungen eigentlich nur in Ausnahmefällen fallen.

Doch Monty wurde als eine solche akzeptiert: Denn die Seenotretter rückten freiwillig aus, um den Hund nach Harlesiel ans Festland zu bringen - eine Fährverbindung mitten in der Nacht gibt es nicht. Zudem habe die DGzRS von Bremen aus den Weitertransport von ihm und Monty in die Tierklinik nach Oldenburg organisiert, erzählt Stefan Schülgen. Dabei half Jörg Schlüter von der Tierrettung Friesland. Gegen 4 Uhr wurde Monty von Tierärztin Bettina Fritze operiert, um 4.45 Uhr war alles gut überstanden. Für die Operation war es höchste Zeit. Bei einem verdrehten Magen können vor allem große Hunde schon nach drei Stunden verenden.

Wie schlimm es um Monty stand, hatte Stefan Schülgen zum Glück richtig erkannt, weil er die Symptome bei seinem Vierbeiner (stark geschwollener Bauch, vergebliche Versuche, sich zu erbrechen) zu deuten verstand. "Ich habe mal ein Studium zum Tierheilpraktiker angefangen, deshalb kenne ich mich ein bisschen aus", erklärte der 42-Jährige, der mittlerweile beim Straßenverkehrsamt in Dormagen arbeitet. Tatsächlich stellte sich seine Diagnose als zutreffend heraus. Dass der elfjährige Monty, der als Welpe zu Stefan Schülgen kam, an der See solche gesundheitlichen Probleme bekommen würde, war nicht absehbar. "Ich lasse den Hund vor dem Urlaub immer durchchecken. Das war auch diesmal so - und Montys war eigentlich topfit", sagt Schülgen. Doch dann verdrehte sich der Magen.

Dass Stefan Schülgen die Eingebung hatte, bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger anzurufen, hat auch etwas mit seinem Ehrenamt als freiwilliger Feuerwehrmann zu tun. "Da ist man in der Regel auch über andere Rettungs-Organisationen informiert", erzählt der Nievenheimer, der seit Jahren Fördermitglied der DGzRS ist und deren Telefonnummer im Handy abgespeichert hatte.

Er habe großen Respekt vor den Helfern, "es hat wirklich alles funktioniert". Nun will er Montys Rettern aus Dankbarkeit ein bisschen zurückgeben - und über die eigens eingerichtete Internetseite "Monty sagt danke" (siehe Info) um Spenden für sie werben.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: Seenotretter im Einsatz für Hund Monty


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.