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Dormagen
Silbersee: Gewerbegebiet ohne Autobahn?

Dormagen: Silbersee: Gewerbegebiet ohne Autobahn?
Die beschauliche Atmosphäre am Silbersee wird sich erst ändern, wenn der Regionalplan-Entwurf beschlossen ist. Vorher wird die Bezirksregierung keine Planungen in diesem Bereich genehmigen, sagt die Stadt. FOTO: Linda Hammer
Dormagen. Für die Entwicklung des künftigen Gewerbegebiets "Silbersee" gilt ein Autobahnanschluss Delrath als unabdingbar. Weil derzeit unklar ist, wann er gebaut wird, prüft RWE Power, wie viel Fläche auch ohne Anschluss erschlossen werden kann. Von Klaus D. Schumilas

Seit Anfang des Jahres fahren RWE Power und Stadt zweigleisig. Bislang galt, dass für eine erfolgreiche Entwicklung und Vermarktung des Silbersees der Autobahnanschluss Delrath zwingend notwendig ist. Weil sich dessen Planungen stark verzögern, lässt das Essener Unternehmen ein großräumigen Verkehrsgutachten mit zwei Optionen erarbeiten: ein Gewerbegebiet Silbersee mit und ohne Autobahnanschluss Delrath. "Damit soll keine Optionen versäumt werden", erklärt Stadt-Sprecher Harald Schlimgen. "Es soll ermittelt werden, wie viele Hektar Gewerbegebiet auch ohne eine Autobahnanschlussstelle Delrath ausgewiesen werden könnten."

Abgesehen vom Ergebnis eines solchen Gutachtens, dessen Ergebnisse im Herbst vorliegen sollen, hängt alles vom Regionalplan-Entwurf der Bezirksregierung ab, sagt Schlimgen: "Wenn der vom Regionalrat beschlossen wird, kann mit dem offiziellen, formalen Bauleitplanverfahren begonnen werden. Vorher wird die Bezirksregierung keine Änderung des Flächennutzungsplans in diesem Bereich genehmigen." Die Stadt reagiert mit dieser Aussage auf kritische Hinweise, die von der "Bürgerinitiative Lebenswertes Delrath" (B.I.L.D.) kommen. Sie beobachtet nicht nur ihr unmittelbares Umfeld, sondern auch das Fortgehen in der Stadt insgesamt. Ihre Feststellung zum Silbersee: "Dort ist die Entwicklung schleppend", sagt Mitglied Nikolaus Wiesenberger.

Vor mehr als zwei Jahren haben die Städte Dormagen und Neuss sowie RWE Power eine Rahmenvereinbarung für die Entwicklung eines interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes am Silbersee vereinbart. Seitdem ist für den Außenstehenden dort nichts geschehen. Sehr zum Unmut engagierter Bürger wie denen in der Delrather Initiative. Auf Eigeninitiative hin hat sie Ideen entwickelt, die auch ans Rathaus gehen. Darin ist von "Bauen am Wasser" die Rede, so wie im benachbarten Uedesheim. Wiesenberger sagt: "Die Flächen auf dem riesigen Areal, die entwickelt werden könnten, sollten auch schon jetzt vermarktet werden." Zum Beispiel an "Start-Up"-Unternehmen.

Die Stadt tritt dem Eindruck entgegen, man treibe das Projekt Silbersee nicht mit dem nötigen Tempo voran. "Alles hängt vom Regionalplan ab", sagt Stadtsprecher Harald Schlimgen. Trotzdem werde an diesem Thema gearbeitet. Nach der Rahmenvereinbarung 2013 wurde Anfang 2014 eine Machbarkeitsstudie erstellt und im Herbst der Aufstellungsbeschluss gefasst.

Seit 50 Jahren liegt das rund hundert Hektar große Areal (mehr als hundert Fußballfelder), das früher Betriebsgelände der Zinkhütte war, zwischen B 9 und A 57 brach. Es schließt sich unmittelbar an das Gelände der Aluminiumwerke von Alu Norf und Hydro an. In der langen Zeit haben sich Flora und Fauna sowie Lebensräume für Tiere entwickelt. Mit welchen Folgen für die Planung? RWE Power hat als Grundstückseigentümer einige Untersuchungen angestellt. Mit positivem Ergebnis, was die Planungen angeht, sagt Pressesprecher André Bauguitte: "Was Flora, Fauna, Habitat betrifft, so sind unsere Untersuchungen abgeschlossen. Es gibt keine Einschränkungen." Das gelte auch für die Schadstoffbelastungen. In Teilbereichen gibt es Asbest. "Die Voruntersuchungen haben ergeben, dass einer Entwicklung dieses Areals nichts im Wege steht."

Quelle: NGZ
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