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Dormagen
Skat-Spieler peilen die Bundesliga an

Dormagen: Skat-Spieler peilen die Bundesliga an
Michael Nelißen, Herbert Rygol und Aurelian Diekmann aus der ersten Mannschaft (sitzend v.l.) wissen an diesem Wochenende den ganzen Skatclub Herz Dame Delrath hinter sich. Es geht um den Bundesliga-Aufstieg. FOTO: Rosenbaum
Dormagen. Der Skatclub Herz Dame 1981 Delrath kann an diesem Wochenende den großen Coup landen. Der aktuelle Spitzenreiter der 2. Liga West will den Aufstieg in die Eliteklasse schaffen. Es wäre der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Von Stefan Schneider

Das große Ziel ist zum Greifen nah. Nur noch ein Spieltag trennt die erste Mannschaft des Skatclubs Herz Dame Delrath vom größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Am heutigen Samstag trifft der Spitzenreiter der 2. Liga West (24:12 Punkte) in Spay im Landkreis Mayen-Koblenz in seiner Gruppe nicht nur auf "Die reizenden Haaner" aus Dreieich, sondern auch auf die unmittelbaren Verfolger "Wolfgänger Asse" aus Hanau (2./23:13) und die Skatfreunde Broekhuysen aus dem Kreis Kleve (3./22:14). Hochspannung ist also garantiert.

Annähernd so groß war das Kribbeln bei den Delrathern zuvor wohl nur in den Jahren 1997 und 2002, als sie die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Skat ausrichteten, an die sich nicht nur der ehemalige Sportwart Josef Mäurer noch gerne erinnert. 2002 reizten mehr als 800 Teilnehmer im mittlerweile abgerissenen Dormagener Feierabendhaus um die Wette und kämpften um den Titel. "Keine Sportart für bierselige Kneipen-Spieler" titelte damals die Neuß-Grevenbroicher Zeitung, deren Berichterstattung Mäurer aufbewahrt hat. Und dieser Leitsatz gelte auch heute noch, sagt der inzwischen 70-Jährige.

Wer es im Skat zur Spitzenklasse bringen möchte, braucht ein hohes Maß an Konzentration, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit. All das muss über viele Stunden hinweg hochgehalten werden. Beim Finale in Spay warten jeweils drei Spiel-Serien auf die vier teilnehmenden Teams. "Eine Serie dauert ungefähr zwei Stunden, drei Serien inklusive der Pausen bzw. Unterbrechungen rund sieben Stunden", erklärt Josef Mäurer. Und fügt deshalb gleich an: "Biertrinker werden Sie während der Spiele unter ernsthaften Skatspielern nicht finden." Dass so viele Serien gespielt werden, ist wohlüberlegt und hat einen triftigen Grund: Der auch beim Skatspiel nicht zu leugnende Glücksfaktor soll minimiert werden, damit sich am Ende wirklich die besten Akteure und Mannschaften durchsetzen.

Zum Aufgebot der Delrather Erstvertretung - die zweite Mannschaft spielt in der Regionalliga, die dritte in der Oberliga - gehören Michael Nelißen, Herbert Rygol, Horst Eßer, Stefan Schmitz, Aurelian Diekmann und Christian Günther. Den letzten Trainingsabend vor den entscheidenden Partien bestritten sie am Donnerstag im neuen Vereinslokal "Haus Niederfeld" (Am Niederfeld 6 in Dormagen-Mitte).

Sollte der Aufstiegscoup an diesem Wochenende gelingen, wird es für den Skatclub Herz Dame Delrath recht bald an die Sponsorensuche gehen. Der Bundesliga gehören aktuell Vereine aus Dresden, Wismar, Tübingen und Kiel an; da warten teilweise sehr weite Reisen mit hohen Fahrt- und Unterbringungskosten.

Trotz der professionellen Organisation des Spielbetriebs im Deutschen Skatverband (DSKV) ist das Verhältnis bei den Wettbewerben vergleichsweise familiär. "Die, die viel spielen, kennen sich untereinander", sagt Josef Mäurer auch mit Blick auf die Möglichkeit zur Teilnahme an Einzelmeisterschaften und anderen Turnieren.

Quelle: NGZ
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