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Dormagen
So sichert sich die Stadt Gewerbesteuern

Dormagen: So sichert sich die Stadt Gewerbesteuern
Erwin Paletta will seinen Betrieb vergrößern und zieht nach St. Peter. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Dormagen. Es gibt viele Unternehmen, die sich neu in Dormagen ansiedeln oder vor Ort vergrößern möchten. Die Stadt kann kaum noch eigene Gewerbeflächen anbieten, tut aber viel dafür, Firmen zu halten - auch mit Vermittlung privater Areale. Von Stefan Schneider

Erwin Paletta will sich verbessern. Bisher hat der Dachdecker seinen Betrieb mit drei Angestellten in drei Garagen an der Büchnerstraße in Hackenbroich untergebracht. "Aber das ist keine dauerhafte Lösung", fand der selbständige Unternehmer - und wandte sich auf der Suche nach mehr Platz an die städtische Wirtschaftsförderung. Mit Erfolg: Paletta wurde ein Grundstück an der Borsigstraße in St. Peter angeboten, das er vor rund einem Monat gekauft hat. Der Unternehmer freut sich: "Weil mir das ursprünglich zur Verfügung stehende Areal zu groß war, ist die Stadt mir entgegengekommen und hat es geteilt. Das war super." 1700 Quadratmeter stehen ihm nun zur Verfügung; Paletta hofft, dass er seine Firma bis Ende des Jahres umgesiedelt und erweitert hat.

Die Stadt und ihre Wirtschaftsförderer um Gabriele Böse und Hans-Gerd Knappe stecken in einem Dilemma. Einerseits kann Dormagen jeden Euro gut gebrauchen, andererseits besitzt sie nur noch rund 1,2 Hektar sofort verfügbare Gewerbeflächen. Was bedeutet, dass Erlöse aus Grundstücksverkäufen für Firmenansiedlungen endlich sind. Eine wichtige finanzielle Größe sind aber auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Um vergrößerungswillige örtliche Unternehmen wie das von Erwin Paletta in der Stadt zu halten und um neue Firmen zu holen, setzt die Wirtschaftsförderung auch stark auf die Vermittlung von Gewerbeflächen aus privater Hand. "Wir stehen im regelmäßigen Kontakt mit Grundstückseigentümer, die Zusammenarbeit ist gut.

Und auf der Internetseite der Stadt haben wir eine Immobilienbörse eingerichtet, bei der auch private Flächen angeboten werden", sagt Gabriele Böse. Stadt und Wirtschaftsförderer übernähmen somit auch eine "Lotsenfunktion". Das wird offenkundig gut angenommen: Nach Auskunft von Hans-Gerd Knappe ist die Zahl der betreuten bzw. beratenen Unternehmen im zweiten Quartal 2015 um rund ein Drittel gegenüber dem ersten Quartal auf 41 gestiegen und liegt damit deutlich über dem Niveau der Vorjahre.

Insgesamt seien mehr als 18 Hektar Gewerbeflächen nachgefragt worden. Der überwiegende Teil der Gesuche betraf Flächen zwischen 2000 und 8000 Quadratmeter Größe. Es seien nur vier Flächen nachgefragt worden, die größer als ein Hektar waren. Ausreißer war der Wunsch nach einem Gelände für eine Logistikanlage mit mindestens 80.000 Quadratmetern Fläche.

Die Mehrzahl der Anfragen könne mangels geeigneter städtischer Gewerbegrundstücke nicht bedient werden, berichtet Knappe. Einige Anfragen hätten aber an private Eigentümer vermittelt werden können. Insgesamt lägen der Wirtschaftsförderung 24 Gewerbeflächenanfragen für 21 Hektar vor, die kurz- bis langfristig umgesetzt werden sollen. Eine ca. 5000 Quadratmeter große Fläche im Gewerbegebiet Delrath sei zwei auswärtigen Unternehmen angeboten worden. Starke Nachfrage gebe es für die neuen Gewerbegrundstücke an der Borsigstraße (insgesamt mehr als 30 000 Quadratmeter), die die Wirtschaftsförderung mit einem privaten Eigentümer vermarktet. 13 Firmen hätten Interesse angemeldet.

Quelle: NGZ
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