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Dormagen
Sozialdemokraten im Kreis reagieren auf Schulz-Verzicht

Dormagen. Die Nachricht, dass Martin Schulz im Falle einer Großen Koalition auf den Außenministerposten verzichtet, machte gestern im Eiltempo die Runde unter den Sozialdemokraten im Rhein-Kreis Neuss. Arno Jansen, SPD-Fraktionschef im Neusser Stadtrat und stellvertretender Kreisvorsitzender, stellte klar: "Ich habe das mit Erleichterung zur Kenntnis genommen." Ohne Schulz' Rückzug hätte sich der Mitgliederentscheid möglicherweise mehr auf die Personaldebatte als auf Inhalte fokussiert. "Dabei muss es doch um die Inhalte einer möglichen Großen Koalition gehen, und die sind meines Erachtens so, dass man dafür stimmen kann", sagt Jansen.

Das sieht Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) anders, der ein erklärter Gegner der Groko ist. Bei der Personalie Schulz spricht er auch von einem "Bauernopfer, denn Parteivorstand und -Präsidium haben das mitgetragen". Schulz als Außenminister sei aber auch "keinem zu vermitteln", das sei auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Sigmar Gabriel habe einen "guten Job" als Außenminister gemacht, "so geht man nicht miteinander um". Lierenfeld: "Die SPD hat einen langen und harten Weg vor sich."

Die Diskussion um eine Große Koalition und der nahende Mitgliederentscheid zieht die Menschen im Rhein-Kreis offenbar an. Seit dem Jahreswechsel hat die Kreis-SPD 107 neue Mitglieder gewonnen, wie Kreisvorsitzender Daniel Rinkert erklärte. Zum Koalitionsvertrag wird der Kreisverband in Zusammenarbeit mit allen Stadtverbänden in den kreisangehörigen Kommunen Mitgliedertreffen organisieren.

(abu/wilp/schum)
 
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