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Dormagen
Sozialdemokraten wünschen sich eine erneuerte Landes-Partei

Dormagen: Sozialdemokraten wünschen sich eine erneuerte Landes-Partei
Erik Lierenfeld und Martin Mertens (r.) kritisieren das SPD-Vorgehen. FOTO: Ati
Dormagen. Die Reaktionen der Landes-SPD auf die Wahlpleite stoßen an der Basis auf viel Kritik: "Wir brauchen eine Erneuerung der Landes-Partei, ein ,Weiter so' wäre ein ganz falsches Signal", sagt Carsten Müller, Vorsitzender des Stadtverbandes der SPD.

Für ihn sei die Präsentation des neuen Spitzenpersonals - Michael Groschek (Parteichef), Svenja Schulze (Generalsekretärin) und Norbert Römer (Fraktionsvorsitzender) - "zu schnell" erfolgt, auch wenn er verstehen könne, dass eine lange Untätigkeit ebenso falsch sei. Die angekündigte Verjüngung der SPD sei wichtig, aber eben auch Erfahrung, daher setze er auf eine "gute Mischung im kompletten SPD-Landesvorstand". Mit Groschek, dessen direkte Art er sehr schätze, käme Müller gut klar, allerdings "nur in einer Übergangssituation, bis die Partei neu aufgestellt ist".

Gar nicht über Namen diskutieren ("vielleicht sind sie ja die richtigen") möchte Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld, der die Personalbenennung noch vor einer schonungslosen Aufarbeitung der Wahlpleite und einer Situationsanalyse für völlig falsch hält: "Wir hätten besser erst einmal in Ruhe genau analysiert, wo wir hinwollen", sagt der SPD-Politiker, der "persönlich keine Ambitionen" auf ein Landesvorstandsamt habe. Bereits am Freitag hatte Lierenfeld auf seiner privaten Facebook-Seite "fassungslos" das zu schnelle Tempo und die unglaubwürdige Art der Kandidatenkür kritisiert als "nichts für mich! Was ist bloß los, meine SPD? Was soll die Panik?!?"

SPD-Kreisvorsitzender Daniel Rinkert hatte sich wie Lierenfeld bereits am Freitag wenig begeistert vom Neustart der NRW-SPD unter der Führung von Michael Groschek gezeigt: "Ob er der Richtige für einen Neuanfang ist, bleibt abzuwarten. Wir haben viele gute Leute - auch junge." Rinkert hätte es lieber gesehen, wenn seine Partei zunächst die Wahlniederlage genau analysiert und dann in Ruhe bis zum Sommer die nötigen Personalentscheidungen getroffen hätte.

Auch Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens zeigt sich enttäuscht von der NRW-SPD: "Ich kann die Frustration der Basis nachvollziehen." Auch er habe sich ein "transparenteres Verfahren mit offenerem Ausgang" gewünscht. "Im Wahlkampf sind zu viele Fehler gemacht worden, zum Beispiel eben nicht auf Inhalte zu setzen, um an der alten Truppe festzuhalten."

(cw-/ki-)
 
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