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Dormagen
"Spartanische Lösung" für Pfarrheim Gohr

Dormagen: "Spartanische Lösung" für Pfarrheim Gohr
Am denkmalgeschützten Pfarrhaus (l.) am Gohrer Kirchplatz soll der Anbau abgerissen werden. Stattdessen soll ein neues Pfarrheim entstehen. FOTO: A. Tinter
Dormagen. Mitten in Gohr soll bald ein neues Pfarrheim für die Gemeinde St. Odilia gebaut werden. Das Erzbistum in Köln hat den Bau jetzt erlaubt. Mit dem Baubeginn wird im Spätherbst gerechnet. Von Carina Wernig

Seit mehr als zehn Jahren hoffen die Gohrer auf ihr neues Pfarrheim, jetzt scheint es in greifbare Nähe gerückt. Noch vor einem Jahr waren die Pfarrangehörigen von St. Odilia Gohr skeptisch, ob die Pläne verwirklicht werden könnten. "Die Restskepsis ist heute großer Zuversicht und etwas Ungeduld gewichen. Wir hoffen, dass der Baubeginn im Spätherbst erfolgen kann", erklärt Hermann-Josef Glasmacher, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, der auf einer Pfarrversammlung über den Stand der Planungen für das Grundstück am Kirchplatz in Gohr berichtete: "Das angebaute Pfarrhaus wird abgerissen und mit Abstand zum denkmalgeschützten alten Pfarrhaus ein neues Pfarrheim gebaut." Auch Pastor Klaus Koltermann freut sich über den Fortschritt in der Planung: "Ich freue mich sehr, dass Gohr bald wieder ein Pfarrheim erhält", sagte der Pfarrer.

Das Erzbistum Köln hatte am 2. Juni 2016 der Vorplanung zur Errichtung des neuen Pfarrheims in Gohr mit der Auflage zugestimmt, dass maximal 85 Quadratmeter Versammlungsfläche und 15 Quadratmeter Bürofläche entstehen. So ist eine "spartanische Lösung" entstanden, die ursprünglich angedachten 125 Quadratmeter wurden deutlich reduziert. Eine weitere Voraussetzung für einen Neubau in Gohr bestand darin, Überhang-Versammlungsflächen im Seelsorgebereich Dormagen-Nord abzubauen. Dazu wurde ein Gebäudekonzept erstellt, in dem die Gemeinden Nievenheim, Delrath, Stürzelberg, Delhoven und Straberg die Reduzierung ihrer Überhangflächen zusagten. "Das bedeutete für Gohr einen großen Schritt nach vorn, dass sich alle Gemeinden solidarisch gezeigt haben", sagt Glasmacher, dankbar für die Unterstützung.

Wie Glasmacher berichtet, konnte das ehemalige Jugendheim in Gohr 2012 verkauft werden. Dazu war es erforderlich, die Nutzung des Gebäudes zu Wohnzwecken umzuwidmen, was nur mit Hilfe eines Stadtplanungsbüros zu erreichen war, da die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes einen Flächentausch mit der Stadt Dormagen und Vermessungsarbeiten erforderlich machten.

Das Architekturbüro Wichmann aus Neuss wurde 2016 mit der Planung des Pfarrheims beauftragt. Jetzt werden vom Erzbistum die Fachingenieur-Verträge für Heizung/Lüftung, Elektro, Außenanlagengestaltung geprüft. "Danach können die Detailplanung erfolgen und konkrete Kosten ermittelt werden", erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands.

Der Grundriss des neuen Pfarrheimes ist zwischen dem Erzbistum und der Kirchengemeinde abgestimmt. "Architekt Wichmann kann sich vorstellen, das Gebäude statt in Massivbauweise auch in Holzständerbauweise zu errichten, was die Bauzeit reduzieren würde, hierzu gibt es noch keine Festlegung", so Glasmacher.

Ein weiteres Plus: Wenn der Anbau am denkmalgeschützten Pfarrhaus abgerissen und der Neubau davon abgesetzt errichtet ist, kommt das alte Haus wieder, wie ursprünglich, freistehend zur Geltung.

Quelle: NGZ
 
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