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Dormagen
Spenden, wo städtische Mittel fehlen

Dormagen: Spenden, wo städtische Mittel fehlen
Veranstaltungen wie das Sommerfest des Integrationsrates werden finanziell von Firmen unterstützt; sie wären sonst gefährdet. FOTO: LH
Dormagen. Sponsoring und finanzielle Zuwendungen sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Ehrenamt zu unterstützen oder Veranstaltungen und besondere Projekte zu ermöglichen. Rund 220 000 Euro flossen 2014 in den Konzern Stadt. Von Klaus D. Schumilas

In diesem Jahr wird die Stadtbibliothek eine neue Initiative starten. Es geht um Medien speziell für ältere Menschen. Dieses Projekt kostet Geld. Geld, das Leiterin Claudia Schmidt nicht in ihrem Budget für diesen Fachbereich zur Verfügung steht. Sie suchte nach finanzieller Unterstützung und wurde bei der Sparkasse fündig. "Viertausend Euro erhalten wir und können das Projekt damit starten", sagt Schmidt. Die Gegenleistung ist vergleichsweise bescheiden: ein Nachweis über die Verwendung des Geldes und möglichst ein Artikel in der Zeitung. So unschädlich, dass es keine Probleme mit dem Anti-Korruptionskonzept der Stadt gibt und auch der Korruptionsbeauftragte der Stadt nicht eingreifen muss.

Das war in den vergangenen zwölf Jahren ohnehin nicht der Fall: "Ein Strafverfahren wegen Korruption gab es nicht", sagte Bettina Giedinghagen, Leiterin des Service Recht im Rathaus. Der Rechnungsprüfungsausschuss legt jährlich eine Übersicht der Spenden und Sponsoringleistungen vor, die von der Stadt und von den Technischen Betrieben Dormagen angenommen wurden. Pflichtgemäß, denn das 2003 verabschiedete Konzept sieht eine solche Veröffentlichung vor. Die Beträge sind im Einzelnen zwar eher bescheiden, gleichwohl dringend nötig, um die gesellschaftliche Infrastruktur mit aufrecht zu erhalten. 2014 lagen die Gesamteinnahmen bei rund 220 000 Euro. Der größte Posten kam vom FC Straberg, der 147 000 Euro als Eigenleistung für den Bau seiner neuen Anlage an die Stadt überwies. Chempark-Betreiber Currenta zählt zu den fleißigen Spendern: Sommerfest des Integrationsrates, der Ehrenamtstag oder der Weihnachtsmarkt - ohne fremde Finanzspritze geht dort wenig.

Der Chempark versteht sich als Teil der Stadt und engagiert sich mit Spenden und Sponsoring "für ein lebenswertes Dormagen", so Chemparkleiter Ernst Grigat. "Die Themen, die uns besonders am Herzen liegen, sind Familienfreundlichkeit, Integration und das Ehrenamt." Die Gegenleistung: Es wird die werbliche Nennung des Chemparks durch Anzeigen, Banner oder anderes vereinbart.

"Das ist eine wichtige Unterstützung", sagt Stadtsprecher Harald Schlimgen, "ohne sie würde die Ausrichtung von solchen Veranstaltung schwierig. Wie der Neujahrsempfang der Stadt, wo Firmen die Einladungskarten und Getränke bereit stellten. Aber es sind auch gerade die Kleinen, die kräftig helfen. Allen voran viele Fördervereine, die das "Pflichtprogramm" von Kindertagesstätten ergänzen, aber auch Privatleute. Da ist der Steuerberater, der mit tausend Euro die Kunstausstellung D'Art unterstützt; da sind die vielen Dormagener, die beim Wiederaufforsten der Wälder nach dem Orkan "Ela" mitmachen. 8200 Euro mit Beträgen zwischen fünf und 500 Euro wurden für diese "Bürgerbäume" eingezahlt.

Quelle: NGZ
 
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