| 21.50 Uhr

Dormagen
Sponsoring oft Fehlanzeige

Dormagen: Sponsoring oft Fehlanzeige
Wahlkampf ist aufwändig und teuer – Plakatwerbung ist nur ein Bestandteil. Die Dormagener Parteien bauen vor der anstehenden Landtagswahl allerdings nicht sehr auf Sponsoring und Zuwendungen. Mitgliedsbeiträge, Abtretungen der Mandatsträger und viel "Manpower" seien entscheidend. FOTO: WOI
Dormagen. Vor der Landtagswahl und generell: Welche Rolle spielen Spenden und Zuwendungen Dritter? Die NGZ hat sich bei Parteien in Dormagen umgehört. Von Simon Hopf

Die Demokratie und das Geld: ein weites Feld, auf dem munter geackert wird. Vor der Landtagswahl macht in diesem Zusammenhang insbesondere das Wort "Sponsoring" die Runde. Richtige Wellen schlug zuletzt die Affäre um NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der sich dem Vorwurf stellen musste, er wolle sich vermarkten lassen: Gesprächskontakte gegen Finanzielles – das ließ aufhorchen und löste einen Sturm der Entrüstung aus. Fakt ist aber auch: Zuwendungen von Dritten sind für Parteien auf Landes- und Bundesebene eine ernst zu nehmende Einnahmequelle.

Aber trifft dies auch auf die politische Basis zu? Norbert Dahmen, Vorsitzender der Dormagener CDU, winkt ab. Zwar sei die Spendeneinwerbung im Vorfeld der Landtagswahl natürlich ein Thema, doch außerhalb von Wahlkampfjahren beliefen sich zusätzliche Spenden in einem sehr eng begrenzten Bereich. Die Rede ist von einigen hundert Euro. Die Partei, so Dahmen, finanziere ihre Arbeit normalerweise zu 95 Prozent über die Beiträge des gut 700 Mitglieder zählenden Stadtverbandes sowie durch Abtretungen der örtlichen Mandatsträger.

Vor allem die Mitglieder sind es auch, von denen man sich für den Wahlkampf derzeit zusätzliche Spenden erhofft, darüber hinaus werde Akquise in verschiedene Richtungen betrieben: "Es wird alles dokumentiert. Jede Spende ist belegbar." Was dabei zusammenkommt, lässt Dahmen einstweilen offen. Auch über die Kosten der Wahl-Kampagne – CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer kämpft um den Einzug in den Landtag – verrät er nichts: "Betriebsgeheimnis!"

Vor allem "Manpower"

Vize-Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) berichtet aus Sicht der Sozialdemokraten, dass Spenden und Sponsoring insgesamt kein großes Gewicht hätten: "Das macht fast nichts aus." Um den Kandidaten der SPD um das Landtagsmandat, Edmund Feuster, zu unterstützen, sei der finanzielle Rahmen äußerst beschränkt: "Vor allem mit Manpower", so Lierenfeld, werde man im Wahlkampf deshalb Schützenhilfe leisten. Was die allgemeine finanzielle Grundlage der Partei vor Ort betrifft, so ist auch bei der SPD das Zusammenspiel von Abtretungen der Mandatsträger und Mitgliedsbeiträgen entscheidend.

Die Beiträge, sagt Lierenfeld, beginnen bei 2,50 Euro pro Monat für Mitglieder mit keinem oder nur geringem Einkommen. Richtgröße sei darüber hinaus die so genannte Selbsteinstufung. Für die Grünen schätzt Ingo Kolmorgen die Kosten des Wahlkampfs auf rund 1500 Euro. Und auch für seine Partei gilt: "Wir erhalten so gut wie gar keine Spenden von Dritten."

Eine Äußerung, die in ähnlicher Weise auch Karlheinz Meyer als Vorsitzender der FDP macht. Gerhard Woitzik (Zentrum) wiederum meint: "Bei Spenden ist Vorsicht geboten." Schließlich gehe es um politische Unabhängigkeit. Dr. Dietrich Krüger, Bürger für Dormagen (BfD), vertritt einen ähnlichen Standpunkt. Das Beitragssystem kennen die BfD übrigens nicht: Im letzten Kommunalwahlkampf, sagt Krüger, ging's daher an die Privatschatulle.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: Sponsoring oft Fehlanzeige


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.