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Dormagen
Stadt besetzt Musikschule bis Ende Mai mit neuer Chefin

Dormagen. Ein halbes Jahr lang stand keine Fachkraft an der Spitze der städtischen Musikschule, nachdem Bärbel Hölzing im Juni die Leitung entzogen worden war. Jetzt gibt es eine Lösung: Eva Krause-Woletz führt als stellvertretende Leiterin de facto die Fachgeschäfte der Einrichtung. Nominell das Sagen hat Fachbereichsleiter Jürgen Mrohs. Der Vertrag der 52 Jahre alten Krause-Woletz ist bis Ende Mai befristet.

Diese zeitliche Einschränkung hat mit den Gesprächen zu tun, die die Stadt mit dem Rhein-Kreis Neuss führt. Es geht immer noch um eine mögliche Übernahme der Musikschule durch die Kreisbehörde. "Dann wäre natürlich auch die Leitungsfrage neu zu klären", sagt Tanja Gaspers, die als Beigeordnete für den Kulturbereich verantwortlich ist. Sie bestätigt die laufenden Gespräche mit den Kollegen. Dabei geht es vor allem darum, Zahlen zu verifizieren und konkretisieren. Gaspers: "Die wichtigste Frage lautet: Lässt sich eine Kooperation wirtschaftlich so darstellen, ohne einen erheblichen Einfluss auf die Qualität zu haben?" Primäres Ziel sei es nicht, Streichungen im Angebot vorzunehmen. "Einsparpotenzial gibt es im Verwaltungsbereich." Aber es gibt Ungleichgewichte: So ist die Zahl der Wochenstunden bei der Musikschule Grevenbroich, die in Regie des Rhein-Kreises läuft, mit 300 Stunden deutlich geringer als in Dormagen mit 540.

Die neue Leiterin Krause-Woletz ist seit 25 Jahren als Musiklehrerin in Dormagen tätig. Ihr Hauptinstrument ist die Querflöte, sie unterrichtet auch in der Früherziehung und Blockflöten-Kurse. Sie sieht die Musikschule "breit aufgestellt". In den nächsten Monaten will sie die Kooperation mit Schulen vorantreiben, Einzel- und Gruppenunterricht auch vor Ort anbieten. "Wir sollten das Angebot nicht abspecken, sondern Synergien suchen."

(schum)
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