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Dormagen
Stadt braucht Investoren für Bau von neuen Kitas

Dormagen: Stadt braucht Investoren für Bau von neuen Kitas
Dem steigenden Bedarf nach Betreuungsplätzen in Kitas und in (Groß-)Tagespflege trägt die Stadt mit geplanten Kita-Neubauten Rechnung. FOTO: ati
Dormagen. Der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen macht den Neubau von Kindertagesstätten notwendig. Um den Eigenbetrieb zu entlasten sucht die Stadt Investoren. Sie selbst würde als Mieterin auftreten. Von Klaus D. Schumilas

In Dormagen-Mitte, in Nievenheim sowie in Horrem werden in den nächsten Jahren die drei Standorte liegen, an denen neue Kindertagesstätten entstehen werden. Alleine in Nievenheim soll dann Platz für hundert Kinder sein. Weil parallel auch noch Umbauten und Umzüge hinzukommen, steht der städtische Eigenbetrieb vor erheblichen Herausforderungen, die letztlich deren Kapazität sprengen. Hinzu kommt der Zeitdruck, unter dem neues Kitas entstehen müssen. Daher überlegt die Stadt zurzeit, ob sie beispielsweise mit einem so genannten Investorenmodell für (interne) Entlastung sorgen kann. Heißt: Ein Investor baut die Kita und schließt mit der Stadt einen langfristigen, in der Regel 25 Jahre laufenden, Mietvertrag ab.

Erster Beigeordneter Robert Krumbein, der auch den Fachbereich Jugend, Schule, Soziales und Wohnen verantwortet, verweist auf Düsseldorf oder Solingen, wo solche Kooperationen erfolgreich laufen. "Das rechnet sich im Grundsatz", sagt er, "gerade im Hinblick auf die Niedrigzinsphase." Gleichwohl ist die Suche nach geeigneten Investoren kein Selbstläufer, denn: "Wir zahlen keine Fantasiepreise", betont Krumbein. Das Investorenmodell trägt gerade bei sogenannten armen Trägern wie beispielsweise einer Elterninitiative, die ein solches Projekt nicht stemmen kann. Anders als Kirche, evangelisches Sozialwerk und andere.

Die Stadt geht dazu über, vorhandene Überkapazitäten in der Kita-Betreuung der über drei Jahre alten Kinder (Ü 3) abzubauen. "Das ist auch ein Signal an die Träger", sagt Krumbein, der sich dafür bedankt, dass diese auf Anfrage sich in aller Regel bereit erklären, die maximale Gruppengröße bei Bedarf zu überschreiten. Nach dem Stand vom 1. August sind zusätzliche 127 Ü 3-Plätze belegt und sorgen so für (über)volle Gruppen. Die sollen, so der Plan, bis zum Kindergartenjahr 2019/20 durch Neubauten um 103 auf 24 reduziert werden.

Die Stadt geht weiterhin von steigenden Kinderzahlen aus. Aufgrund der sich jetzt schon abzeichnenden Entwicklung aus dem Anstieg der Einwohner- und Kinderzahlen sowie aus den sich abzeichnenden Bedarfen der Neubaugebiete (Nievenheim IV, Malerviertel III) hat die Verwaltung bis 2012/22 in unterschiedlichen Bereichen der Stadt die Schaffung von neuen Plätzen geplant (Details siehe Info-Kasten). Insgesamt 436 neue Plätze soll es bis dahin geben.

Eine interessante Erfahrung machte der Fachbereich jetzt mit seinem Kita-Navigator. In einem Pilotversuch im Frühjahr wurde der im Navigator sichtbare Bedarf für einen Betreuungsstart im August/September per Elternbrief verbindlich abgefragt. "In diesem Rahmen wurden rund 310 Briefe versandt, 40 Prozent der Eltern haben reagiert, davon haben rund 80 Eltern tatsächlich einen verbindlichen Bedarf angemeldet", so Krumbein. Die frappierende Erkenntnis: Nur rund 25 Prozent der Wünsche aus dem Kita-Navigator waren letztlich reale Bedarfe. Die Konsequenz: Künftig ist geplant, die dort sichtbaren Bedarfe regelmäßig per Elternbrief verbindlich abzufragen. Momentan wird die technische Machbarkeit geprüft. Ziel ist, aus Wünschen die real benötigten Plätze abzuleiten.

Quelle: NGZ
 
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