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Dormagen
Stadt deckt Doppelidentität des gesuchten Sexualstraftäters auf

Dormagen. Für große Aufmerksamkeit, vor allem in den sozialen Netzwerken, hat der Fall des mutmaßlichen Sexualstraftäters gesorgt, der in dieser Woche nicht zur Verhandlung vor dem Amtsgericht in Neuss erschienen ist.

Er war bis dato in einer Flüchtlingsunterkunft in Dormagen gemeldet. "Es ist in Teilen der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, das Ausländeramt habe sich von dem 20-Jährigen Asylbewerber einfach so täuschen lassen und seine Doppelidentität nicht erkannt", sagt Stadtsprecher Harald Schlimgen. "Hier ist aber das Gegenteil der Fall."

Nach Aussage Schlimgens konnte durch das Dormagener Ausländeramt die Doppelidentität des Verdächtigen festgestellt werden: "Im Datenaustausch mit den Hamburger Behörden stellte das Ausländeramt fest, dass der 20-Jährige dort unter einem anderen Namen gemeldet war. Derzeit wartet das Ausländeramt noch auf eine Rückmeldung der ägyptischen Botschaft zur tatsächlichen Identität. Dies und die Tatsache, dass der Verdächtige untergetaucht ist, sind der Grund für die noch nicht vollzogene Abschiebung."

Weil der Ägypter nicht erschienen war, schrieb Richter Heiner Cöllen ihn zur Fahndung aus. Schon zu diesem Zeitpunkt gab es Hinweise, wonach der Flüchtige sich in Hamburg aufhalte, wo die Polizei bereits wegen Schwarzarbeit gegen ihn ermittle. In Neuss ging es es um den Vorwurf der sexuelles Nötigung. Der junge Mann soll mit dem "Flixbus" von Bremen nach Düsseldorf gefahren sein. Während der Fahrt soll er eine junge Frau begrapscht haben. Der Bus stoppte und der Fahrer verständigte die Polizei. Als Zeugen war ein junges Pärchen am Mittwoch vergebens nach Neuss angereist. Der Prozess soll nun neu aufgerollt werden, sobald der Asylbewerrber gefasst wird. Im droht eine zumindest mehrmonatige Haftstrafe. Im Prozess erklärte Richter Cöllen, dass der Mann eigentlich schon nicht mehr in Deutschland sein dürfte, weil sein Asylantrag vor zwei Jahren abgelehnt worden ist.

(schum/mape)
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