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Dormagen
Stadt ist auf neue Flüchtlinge vorbereitet

Dormagen: Stadt ist auf neue Flüchtlinge vorbereitet
Konkrete Hilfe für Flüchtlinge täglich in der Kleiderkammer der Stadt in der Realschule am Sportpark: Sioned Pfab mit Spenderin Eva Volkheimer. Ehrenamtler und der Malteser-Hilfsdienst sortieren und verteilen Sachspenden. FOTO: L. Berns
Dormagen. In der Notunterkunft an der Beethovenstraße sind unter den 149 Flüchtlingen neun neue, andere haben bereits die Erstaufnahmestelle verlassen. Mitarbeiter der Stadt und Helfer sind auf erneuten Bewohner-Wechsel eingerichtet. Von Carina Wernig

In der provisorisch eingerichteten Kleiderkammer stapeln sich T-Shirts und Hemden, hängen Jacken und Westen an einer Kleiderstange. Auch Spielzeug für die vielen Kinder der Flüchtlinge gibt es in der Realschule am Sportpark. In einem Klassenzimmer werden die Sachspenden der Dormagener Bürger an die 149 Flüchtlinge ausgegeben, die zurzeit in der vorübergehenden Notunterkunft in der Schulsporthalle untergebracht sind. Täglich von 16 bis 20 Uhr können Sachspenden in der Realschule abgegeben werden. "Die Spendenbereitschaft ist nach wie vor hoch", erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld. Was noch fehlt, sind zum Beispiel Übersetzungsbücher arabisch-deutsch oder Spiele wie Schach und Backgammon für Erwachsene.

Für "vorerst drei Wochen", so die Anforderung der Bezirksregierung, musste die Stadt Dormagen am 27. Juli im Auftrag des Landes eine vorübergehende Erstaufnahmestelle für 150 Flüchtlinge sicherstellen. Wie lange die Notunterkunft in der Turnhalle der Realschule an der Beethovenstraße, die innerhalb von acht Stunden eingerichtet wurde, aufrecht erhalten bleiben soll, ist der Stadt noch nicht bekannt, wie Lierenfeld gestern auf Nachfrage sagte: "Wir rechnen Anfang der Woche mit neuen Informationen." Trotzdem rüsten sich Stadt und Helfer bereits für den Bewohner-Wechsel, da die Flüchtlinge aus der Erstaufnahmestelle landesweit auf andere Unterkünfte verteilt und neue nach Dormagen geschickt werden.

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Nachdem die ersten Flüchtlinge die Turnhalle bereits verlassen haben, wurden neun neue aufgenommen, was eine medizinische Eingangsuntersuchung erforderlich machte. Sie wird vom Kreis-Gesundheitsamt koordiniert, wie Amtsarzt Dr. Michael Dörr erläutert: "Dazu gehören Blutentnahme, Röntgen und Impfungen." Um ansteckende Krankheiten auszuschließen, werden die Flüchtlinge sofort untersucht. "Zum Glück gab es bisher keine schweren Krankheiten", sagt Dörr, der die gute Zusammenarbeit und Hilfe der niedergelassenen Dormagener Ärzte lobte.

Die erfolgt ehrenamtlich und pragmatisch, wie Dr. Udo Kratel, Vorsitzender des Praxisnetzes, bestätigt: "13 Kollegen unterstützen das Kreis-Gesundheitsamt." Darüber hinaus hat Kratel mit Dr. Ralph Goldschmidt einen Plan einer regelmäßigen Sprechstunde für Flüchtlinge mit akuten Beschwerden ausgearbeitet: "Wir sind für Menschen in Not da." Dazu wünscht sich Lierenfeld mehr Unterstützung durch das Land: "Die Gesundheitsversorgung für die Flüchtlinge könnte mittelfristig verbessert werden."

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Die Turnhalle der Realschule am Sportpark kann nun vorübergehend nicht von Vereinen oder den Schülern benutzt werden. "Wir haben mit allen Beteiligten, die wir in den Ferien erreichen konnten, eine Lösung gefunden", erklärt Bernd Lewerenz vom Sport-Service der Stadt. So werden die Realschüler zum Sport nach Zons in die Sporthalle fahren. "Bei keinem Sportverein muss der Spielbetrieb oder das Training ausfallen", weist er darauf hin, dass zum Beispiel das Feriencamp der Badmintonspieler in der eigentlich geschlossenen Dreifach-Turnhalle stattfinden konnte.

Quelle: NGZ
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