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Dormagen
Stadt: Keine weitere Turnhalle für Flüchtlinge

Dormagen: Stadt: Keine weitere Turnhalle für Flüchtlinge
FOTO: A. Tinter
Dormagen. Weil die Sporthalle an der Beethovenstraße als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, weichen drei Sportvereine in andere Hallen aus. Der Bürgermeister macht klar, dass dies eine Ausnahme bleibt. Von Klaus D. Schumilas

Seit Ende Juli binnen weniger Stunden die Sporthalle an der Beethovenstraße als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet werden musste, steht diese Sportstätte dem Vereins- und Schulsport nicht mehr zur Verfügung. Mindestens bis Ende Februar kommenden Jahres bleibt dies so. Wahrscheinlich noch länger. Bürgermeister Erik Lierenfeld liegt jetzt eine Verfügung der Bezirksregierung vor, wonach diese Halle bis 29. Februar benötigt wird. Die CDU befürchtet, dass möglicherweise "aus der Not heraus" noch weitere Turnhallen zur Unterbringung genutzt werden müssen. Dem widersprach Lierenfeld gegenüber der NGZ: "Es ist klar, dass wir keine weitere Turnhalle zur Unterbringung nutzen wollen."

In der Sitzung des Sportausschusses am 5. November soll die Verwaltung den Ausschussmitgliedern über die "Auswirkungen von Flüchtlingen in den Turnhallen auf die Sportvereine in der Stadt und über die perspektivische Entwicklung dieser Situation berichten". So lautet ein entsprechender Antrag, den Fraktionsvorsitzender André Heryschek und der sportpolitische Sprecher Andreas Buchartz gestellt haben. Lierenfeld betont, dass "kein Schul- und Vereinssport ausfallen muss. Die Situation ist nicht kommod, aber man kann es aushalten".

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Drei Vereine mit vier Sportarten sind von der Situation betroffen: die Dormagener Badminton-Gemeinschaft, die Turnerinnen und Handballer des TSV Bayer sowie die Taekwondo-Kämpfer des AC Ückerath. Ferner Schüler der Realschule am Sportpark. "Die Vereine haben Verständnis gezeigt", sagt Bernd Lewerenz, Leiter des Sportservice im Rathaus. "Wir konnten alle Sportgruppen in anderen Hallen unterbringen, was auch mit Unbequemlichkeiten verbunden ist". So für die Badmintonspieler, für die Realschulhalle ihr "Hauptquartier" ist. Sie schlagen jetzt verteilt auf die Sporthallen in Zons und Hackenbroich sowie der Hauptschule gegen Plastik- und Federball. Ihre Situation ist schwierig, sagt Abteilungsleiterin Marion Sprickmann. "Die Jugend haben wir ganz gut untergebracht, weil auch die Eltern bereit sind, sie zum Training zu fahren." Anders sieht es im Erwachsenenbereich aus: Dort gab es keinen richtigen Ausgleich für die weggefallenen Hallenzeiten. "Wir sind freundschaftlich bei den Badmintonspielern in Zons untergekommen", so Sprickmann. Auf den beiden Spielfeldern verzichte man aber aus Rücksichtsnahme auf ein gezieltes Training. "Die Zielsetzung im gesamten Seniorenbereich lautet daher nur: Klassenerhalt." Eine Ü50-Sportgruppe falle schon auseinander. Ihre Hoffnung: "Dass wir vom Sportservice noch andere Hallenzeiten erhalten." Der Turnnachwuchs des TSV übt jetzt in den Hallen der Christoph-Rensing-Schule und der Schule am Chorbusch, eine Jugendhandball-Mannschaft wurde in einer TSV-Halle untergebracht. "Wir haben keine Übungsstunden verloren", sagt Rainer Lisson, Vorstand Sport beim TSV. Bernd Lewerenz bittet um Verständnis bei den betroffenen Vereinen und sagt auch: "Wir haben keinen weiteren Puffer mehr. Die Hallen sind voll."

Quelle: NGZ
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