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Dormagen
Stadt lehnt einen Kreisel-Deal ab

Dormagen. Verwaltung sagt Nein zu Kostenübernahme gegen Supermarkt-Genehmigung. Von Stefan Schneider

Rund 250.000 Euro hat die Stadt für den Bau des neuen Kreisverkehrs an der Kreuzung Neusser Straße/Straberger Weg in Nievenheim veranschlagt. Doch das Projekt könnte auch ohne Kosten für die Kommune verwirklicht werden. Sagt jedenfalls Franz Scheerbarth, mit seiner Frau Brigitte seit 1980 Betreiber der Esso-Tankstelle am künftigen Kreisel. "Ich habe einen Investor an der Hand, der die Kosten tragen würde", berichtete Scheerbarth gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Bedingung: Eine Änderung des Flächennutzungsplans, die den Bau eines Supermarktes, eines Handwerkerhofs oder einer ähnlichen Maßnahme auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Areal an der Tankstelle, zwischen Neusser und Conrad-Schlaun-Straße, erlauben würde.

"Im Dialog mit den Behörden", wie Scheerbarth betont. Ihm gehört das fragliche Gelände, das bis jetzt als Ackerland gilt. Scheerbarth möchte für die gewerbliche Nutzung eine Ausweisung als "Mischgebiet" erreichen. Und mit Blick auf eine zukünftige Nutzung der Flächen wünscht er sich auch die Verlegung der südlichen Zufahrt zu seiner Tankstelle in Richtung Dormagen, damit der Verkehr an einem potenziellen Supermarkt später nicht über das Tankstellengelände geleitet werden müsste. Von der Linksabbiegerspur, die an genau dieser Zufahrt von der Neusser Straße aus zur Tankstelle führen soll, hält Scheerbarth nichts. Er befürchtet Probleme mit der Einsehbarkeit in dem Bereich und sieht schon den nächsten Unfallschwerpunkt entstehen.

Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Erik Lierenfeld hofft der Unternehmer nun, dass der Zug für eine neue Finanzierung des Kreisverkehrs zeitlich noch nicht abgefahren ist - zumal er es für problematisch hält, wenn sich der Kreiselbau durch die Wintermonate ziehen würde. Die Tankstelle lebe vom fließenden Verkehr. "Was ist, wenn die Baustelle aufgrund des Wetters stillstehen würde?" fragt Scheerbarth.

Dormagens Stadtsprecher Harald Schlimgen indes durchkreuzte gestern auf NGZ-Anfrage die Überlegungen Scheerbarths. Ein Supermarkt an dieser Stelle sei nicht mit dem Einzelhandelskonzept in Einklang zu bringen. Und Planungsrecht zum Beispiel für Wohnbau dauere so lange, dass es den Kreisel-Bau um Jahre zurückwerfen würde, argumentierte Schlimgen.

Quelle: NGZ
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