| 00.00 Uhr

Dormagen
Stadt: Mehr Geld für Kinderbetreuung

Dormagen: Stadt: Mehr Geld für Kinderbetreuung
Eine hohe Nachfrage gibt es bei der Betreuung von unter Dreijährigen. Dort geht die Stadt von einer Versorgungsquote von 38 Prozent aus, womit die Vorgabe des Landes um sechs Prozentpunkte überschritten wird. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Die Stadt wird im kommenden Jahr rund 400.000 Euro mehr für die Betreuung von Kindern ausgeben. Das sieht der Haushaltsentwurf vor, den Kämmerin Tanja Gaspers vorlegte. Eine Erhöhung von Elternbeiträgen ist möglich. Von Klaus D. Schumilas

Im Bereich Jugend, Soziales, Wohnen und Schule wird die Stadt im kommenden Jahr verstärkt Geldmittel investieren müssen, um den Anforderungen gerecht zu werden. So steigt der Zuschussbedarf bei der Tagesbetreuung für Kinder um 400.000 Euro, "weil die Nachfrage von Eltern nach der deutlich personal- und damit kostenintensiveren 45-Stunden-Betreuung ungebrochen hoch ist", sagt die Finanzchefin im Rathaus, Tanja Gaspers. Das Volumen steigt dann auf 10,4 Millionen Euro. Ein erheblicher Zuschussbedarf ergibt sich auch im Schulbereich durch die Betriebskostenzuschüsse an die Träger der Offenen Ganztagsschulen. Gaspers fordert hier vom Land den gebundenen Ganztag für den Primarbereich.

Zwar hat die Kämmerin für 2016 und die Folgejahre ausgeglichene Haushalte vorgelegt. Für 2016 ist sogar ein positives Gesamtergebnis von 740.100 Euro möglich. "Ess wird aber nicht möglich sein, sämtliche Leistungen und Standards der Stadt auf dem Stand zu halten, auf den wir heute alle stolz sind", sagt sie. Denn der Etatentwurf birgt einige Risiken, die Tanja Gaspers benennt: Eine Sorge bereitet die aktuellen Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst. "Hier haben wir noch keine Erhöhungen eingestellt, weil die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen", sagt sie. Nach ihren Berechnungen würde der Schlichterspruch zu einer Haushaltsbelastung von rund 250.000 Euro führen, die Forderungen der Gewerkschaften zu 650.000 Euro. Je nach Ergebnis der Verhandlungen "werden wir über begleitende Maßnahmen wie beispielsweise Erhöhung der Elternbeiträge diskutieren müssen". Neben einer solchen Belastung sind künftige Einschränkungen bei Kursen und Stunden an der Musikschule möglich. Weil dort 150.000 Euro eingespart werden sollen, "ist es nun Aufgabe der Musikschule, ihre Leistungs- und Angebotsportfolio daraufhin abzustimmen", sagt Gaspers.

Zu den Unwägbarkeiten zählt auch die Kreisumlage. Da ist schon jetzt klar, dass Dormagen 600.000 Euro mehr als bisher zahlen muss. "So partizipiert auch der Kreis von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in Dormagen." Die soll in den darauffolgenden Jahren noch besser werden und beispielsweise die Gewerbesteuereinnahmen steigen. Mit den ersten Erträgen aus dem Gewerbegebiet Top West wird ab 2017 und für das Gewerbegebiet Silbersee ab 2018 gerechnet, sagt sie. Im Unterschied zur Grundsteuer B (plus 30 Punkte) soll der Hebesatz bei der Gewerbesteuer aus Wettbewerbsgründen nicht verändert werden. Bei den Grundstücksverkäufen sind im Etatentwurf für 2016 erste Einnahmen (3,7 Millionen Euro) durch die Vermarktung des Wohngebietes Nievenheim IV eingespeist. Auch aus der Vermarktung des Areals "Alte Schule Hackenbroich" sollen im nächsten Jahr Erlöse fließen. Einen ausgeglichenen Haushalt in den Folgejahren soll laut Entwurf auch die Erschließung der geplanten Gewerbefläche Top West (Friedhofserweiterung), Spielplatz an der Memelner Straße sowie die Fläche der Realschule Dormagen nach deren Schließung sichern.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: Stadt: Mehr Geld für Kinderbetreuung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.