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Dormagen
Stadt: Obdachlose künftig nicht an einer Stelle unterbringen

Dormagen. Die Zahlen, die Michael Meyer, Leiter der Dormagener Wache, dem Hauptausschuss vorlegte, sind deutlich: Von Januar bis zum 26. Oktober gab es an der städtischen Unterkunft an der Piwipper Straße, in der 14 Obdachlose und zwölf Flüchtlinge leben (Stand Mitte Oktober) 85 Polizeieinsätze - an den beiden anderen waren es acht bzw. neun. "Das ist eine deutliche Steigerung", sagte Meyer. "Hinzu kamen noch viele Präventiv-Einsätze."

CDU-Fraktionschef Kai Weber wiederholte die Forderung, die Unterkunft mitten im Ort zu schließen: "Die Verwaltung sollte einen Plan erarbeiten, wie das Objekt verlegt werden kann." Bürgermeister Erik Lierenfeld sagte zu: "Wir sind dabei, den Personenkreis, der nicht für nachbarschaftliches Zusammenleben geeignet ist, anderswo unterzubringen. Ich gehe davon aus, dass zukünftig nicht mehr alle Obdachlosen an einer Stelle wohnen." Der Erste Beigeordnete Robert Krumbein ergänzte: "Das wesentliche Störpotenzial geht nicht von allen 14, sondern einem kleineren Teil aus, der aufgrund von Rauschmitteln nicht mehr zu erreichen ist."

Meist waren es Ruhestörungen (32), Körperverletzungen (12), Hilfeersuchen (11) und Streitigkeiten (6), weswegen die Polizei ausrückte. Dabei ist auffällig, dass sich nach je zwei bis vier Einsätzen von Januar bis Juni die Situation in der Sommerzeit 18 (Juli), elf (August) und 17 (September) verschärfte. "73 Prozent der Hauptanlass-Arten geschahen in der Nachtzeit zwischen 21 und 6 Uhr", so Meyer, der den hohen Alkoholkonsum als Hauptursache ausgemacht hat: "Etwa 80 Prozent der Verursacher stammen aus dem Nichtsesshaften-Milieu."

(cw-)
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