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Dormagen
Stadt prüft neue Methode gegen Unkraut

Dormagen: Stadt prüft neue Methode gegen Unkraut
Noch ist Handarbeit gefragt: TBD-Mitarbeiterin Resi Ismeier entfernt Unkraut von den Wegen auf dem Friedhof Stürzelberg. FOTO: ANJA TINTER
Dormagen. Die Stadt Leverkusen geht mit Wasserdampf gegen Wildwuchs vor. In Dormagen interessiert man sich für die Erfahrungen der Kollegen. Von Stefan Schneider

Resi Ismeier und ihre Kollegen von den Technischen Betrieben Dormagen (TBD) hatten am Montag alle Hände voll zu tun. Mit Blick auf das bevorstehende Schützenfest in Stürzelberg am kommenden Wochenende waren sie damit beschäftigt, den Rheinort tipptopp sauber zu machen. Ins Visier nahmen die Fachkräfte dabei auch das Unkraut auf dem Friedhof, am Wegesrand und zwischen Pflastersteinen. Angesichts der feuchtwarmen Witterung zurzeit ist das eine Sisyphosarbeit: Denn kaum ist der Wildwuchs an einer Stelle beseitigt, kommt er anderswo wieder zum Vorschein.

Vielleicht wird den TBDlern die Aufgabe in Zukunft aber erleichtert. Die Stadt Leverkusen geht inzwischen maschinell gegen unerwünschtes Grünzeug vor: mit einem fahrenden Dampfstrahler.

Bernd Lewerenz von den TBD, in dessen Zuständigkeit auch der Baubetriebshof fällt, interessiert sich für die Erfahrungen, die man auf der anderen Rheinseite mit der Methode macht, bei der Pflanzen mit 120 bis 130 Grad heißem Wasserdampf entfernt werden. Weil die Wurzeln des Unkrauts dabei langsam absterben, lässt der Wuchs perspektivisch insgesamt nach. In Leverkusen hofft man, dass dadurch der Aufwand bei der Unkrautbeseitigung in Zukunft grundsätzlich geringer wird. "Ich habe schon beim Informationsaustausch mit anderen Kommunen von dieser Variante gehört", berichtet Lewerenz. Und es habe sogar schon drei Vorführungen von Herstellern bzw. Vertreibern entsprechender Geräte gegeben. Dass man bei den TBD trotzdem bislang mit einer Anschaffung zögert, hat laut Lewerenz vor allem zwei Gründe: "Vor rund einem Jahr hat man uns die Wasserdampf-Methode als das Nonplusultra angepriesen. Allerdings waren alle drei Präsentationen, die ich miterlebt habe, aus unserer Sicht nicht wirklich befriedigend. Zudem ist die Methode recht teuer."

Lewerenz veranschlagt für ein Auto als Geräteträger mitsamt eines Dampfstrahlers einen Preis ab 70 000 Euro aufwärts, für ein kleineres Gerät, das per Hand zu bedienen wäre, immerhin auch noch etwa 15 000 Euro. In Leverkusen hat man einen Dampfstrahler an einen kleinen Laster montiert. Kosten des "Anbauteils": 25 000 Euro. Dort amortisiert sich der Anschaffungspreis recht schnell. Denn bislang hatte die Stadt eine auswärtige Firma mit der Unkrautvernichtung beauftragt (die allerdings auch schon die thermische Methode anwandte). Für drei bis vier Aufträge im Jahr seien Kosten in Höhe von ungefähr 20 000 Euro angefallen.

Bei den TBD hat man das Thema jedenfalls trotz der Bedenken noch nicht abgehakt. Bernd Lewerenz erwägt, Kontakt mit den Kollegen von der anderen Rheinseite aufzunehmen und sich bei diesen intensiv zu informieren. Auch die Möglichkeit, sich einen Dampfstrahler zu leihen, hat Lewerenz schon in Betracht gezogen. "Aber leihweise sind diese Geräte kaum zu bekommen", hat er festgestellt.

Vorerst bleibt es also dabei, dass die Mitarbeiter der Technischen Betriebe unerwünschtes Grün auf herkömmliche Art und Weise beseitigen - mit Harke, Rechen und Kratzer. Der Einsatz von chemischen Keulen ist ohnehin praktisch überall untersagt.

Quelle: NGZ
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