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Dormagen
Stadt verbraucht unnötig viel Energie

Dormagen: Stadt verbraucht unnötig viel Energie
FOTO: tmn
Dormagen. In den Liegenschaften gibt es nach Einschätzung eines Fachbüros reichlich Sparpotenzial. Zentrum bringt Energiemanager ins Gespräch. Von Stefan Schneider

Das Urteil von Hans-Joachim Woitzik fiel vernichtend aus. "Wir haben die Erkenntnisse, können aber nichts umsetzen", schimpfte der Fraktionschef der Zentrumspartei im Betriebsausschuss Eigenbetrieb. Dort hatten Politik und Verwaltung über mögliche Energieeinsparungen in den städtischen Liegenschaften diskutiert. Ansatzpunkte gibt es genug, wie unter anderem ein Vortrag von Diplom-Ingenieur Ralf Weber (Firma Adapton Energiesysteme) deutlich vor Augen geführt hatte. Woitzik vermisste aber Konsequenzen. Aus seiner Sicht sei über das Aufzeigen von Sparpotenzialen schon viel zuviel Zeit verstrichen, ohne dass gehandelt worden sei. "Der Knackpunkt ist doch offenbar: Beim städtischen Eigenbetrieb fehlt Personal. Da muss investiert werden", forderte Woitzik, der sich durchaus einen Energiemanager für Dormagen vorstellen kann.

Webers Vortrag, der die Ergebnisse eines vom Eigenbetrieb vor geraumer Zeit in Auftrag gegebenen Energieberichts für das Schulzentrum Hackenbroich zum Inhalt hatte, war Wasser auf die Mühlen des Zentrumspolitikers und auch von Hans-Georg Döring, sachkundiger Bürger der FDP-Fraktion. Nachdem Weber einige Einsparpotenziale in Euro beziffert hatte - zum Beispiel Abschaltung der derzeit durchlaufenden Lüftungsanlagen an Ferien- und Feiertagen = 60 Euro Ersparnis für jeden Tag; Umstellung auf LED-Beleuchtung = 18.000 Euro im Jahr - warfen Döring und Woitzik die Frage auf, warum auf solche Erkenntnisse nicht umgehend reagiert worden sei? Schließlich seien Einsparungen von rund zehn Prozent bereits ohne große Investitionen, nur durch Überprüfungen und Regulierungen von Energiesystem zu erreichen. Im Zusammenhang mit dem Schulzentrum Hackenbroich hatte Experte Weber eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen aufgelistet, darunter tatsächlich auch die Einbeziehung weiterer Mitarbeiter in die Überwachung von Strom-, Wasser- und Gasverbrauch. Uwe Scheler, der Leiter des Eigenbetriebs, betonte, dass bereits jetzt Hausmeister auf diesem Sektor diverse Aufgaben übernähmen. Und versprach: "Das Personal wird stärker einbezogen, Maßnahmen werden so schnell wie möglich ergriffen."

Im Übrigen geht aus der Aufstellung der Verbrauchsdaten der vom Eigenbetrieb Dormagen bewirtschafteten Gebäude hervor, dass der Energieverbrauch in diversen städtischen Liegenschaften trotz bereits erreichter Verbesserungen teils immer noch erheblich zu Buche schlägt, zum Beispiel auch im Historischen und im Neuen Rathaus. Helfen könnte da das sogenannte Energie-Einsparcontracting, das ebenfalls Thema im Betriebsausschuss Eigenbetrieb war. Bei diesem Modell betreibt ein Vertragspartner der Stadt die Energieanlagen selbst und bringt Personal und Fachwissen ein. Zudem gewährt er, dass Einsparziele erreicht werden. Das sei ein hochkomplexes Thema, "da brauchen wir juristisch wasserdichte Verträge", mahnte allerdings Döring. Martin Seewald (CDU) sprach sich für rechtliche Beratung aus.

Quelle: NGZ
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