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Dormagen
Stadt will Bürgerhaus Gohr verkaufen

Dormagen: Stadt will Bürgerhaus Gohr verkaufen
FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Dormagen. Seit Jahren steht das früher von Vereinen rege genutzte Bürgerhaus leer, ebenso die Gaststätte. Jetzt gibt es einen neuen, vielversprechenden Vorstoß, an dessen Ende ein Plus von mindestens 156.000 Euro für die Stadt stehen soll. Von Klaus D. Schumilas

Es ist nicht der erste Anlauf, um für das Bürgerhaus Gohr eine neue Nutzung zu finden. Aber vielleicht der vielversprechendste. Der Betriebsausschuss Eigenbetrieb Dormagen hat nämlich beschlossen, im Rahmen eines Bieterverfahrens das Bürgerhaus zu verkaufen. Ziel ist zum einen, einen möglichst hohen Verkaufserlös zu erreichen, der dann in die städtischen Kassen fließen wird, und zum anderen eine Wohnbebauung als künftige Nutzung.

Seit mehreren Jahren steht die Immobilie an der Josef-Schwartz-Straße leer, zu der die benachbarte, ebenfalls ungenutzte, ehemalige Gaststätte "Tanja's Alte Post" gehört. Die Stadt hat das "Paket" seit langem im Internet im Angebot, ohne es allerdings sehr aktiv zu bewerben. Von "ein, zwei Interessenten pro Jahr" spricht Stadtkämmerin Tanja Gaspers, die sich nach dem Objekt erkundigen. Allerdings, so sagt sie, mit "obskuren Vorstellungen", vor allem finanziellen. Unter dem Strich ist das Ergebnis bislang sehr unbefriedigend, vor allem für die Gohrer, die sich eine vernünftige Nutzung dort wünschen. Die Voraussetzungen dafür wurden jetzt im Ausschuss geschaffen. Das Bürgerhaus wird vom Eigenbetrieb zu einem Restbuchwert von 57.000 Euro zurück an die Stadt verkauft. Die wiederum wendet sich jetzt an Bauträger, die sich in einem Bieterverfahren bewerben sollen. Die preislichen Vorstellungen sind formuliert: Die Stadt geht von einem Mindestgebotspreis von 195 Euro pro Quadratmeter aus. Anders als bislang vorgesehen, will die Stadt nicht mehr für die Abrisskosten von Bürgerhaus und Kneipe aufkommen, die inklusive Vermessungskosten mit rund 85.000 Euro angegeben werden. "Dies soll der künftige Käufer leisten", sagt Gaspers. Politik und Verwaltung gehen davon aus, dass am Ende mindestens 156.000 Euro für die Stadt herausspringen können - das ist der Mindestkaufpreis. Zum Vergleich: Derzeit liegt das Angebot eines Privatmannes vor, der 105.000 Euro für die Immobilie zahlen will. Abzüglich der Abrisskosten blieben gerade einmal 20.000 Euro für die Stadt übrig.

Der Fraktionsvorsitzendes des Zentrums, Hans-Joachim Woitzik, hat sich dafür stark gemacht, dass das Bürgerhaus nicht für einen Schleuderpreis abgegeben wird. "Das ist ein wunderbares Grundstück", sagt er, "dort muss eine gute Lösung für die Gohrer her, und die kann es nun geben." Hinzu kommt, dass der schräg gegenüber liegende Parkplatz, der früher für die Besucher von Bürgerhaus und Gaststätte vorgesehen war, ebenfalls für eine Wohnbebauung vorgesehen ist. Auch dort ist, so Stadtkämmerin Gaspers, ein Bieterverfahren vorgesehen. Für potenzielle Interessenten wird eine Rolle spielen, dass diese beiden Grundstücke laut Angaben der Stadt nicht von der Grundwasserproblematik in Gohr betroffen sind.

Quelle: NGZ
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