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Dormagen
Stadt will die Musikschule behalten

Dormagen: Stadt will die Musikschule behalten
FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Dormagen. Dormagen hat die Verhandlungen mit dem Rhein-Kreis Neuss über die Übernahme der Musikschule beendet. Sie will die Einrichtung weiterhin selbst betreiben und dabei vom Sparkonzept des Kreises profitieren. Von Klaus D. Schumilas

Am 15. November will Kulturdezernentin und Kämmerin Tanja Gaspers in der Sitzung des Kulturausschusses vorschlagen, dass die Musikschule weiterhin unter städtischer Obhut bleiben soll. Schon jetzt steht fest, dass die Gespräche mit dem Rhein-Kreis Neuss zur Übernahme der Musikschule beendet sind. "Eine Fusion muss deutliche Einspareffekte haben", so Gaspers. "Wir wollen selbst Maßnahmen ergreifen, wodurch unser Defizit schmilzt." Ein Abkupfern von Sparideen des Kreises ist es laut Gaspers nicht: "Wir haben auch andere Hebel."

Wohin die Reise gehen soll, ist dem Haushaltsplanentwurf zu entnehmen, den die Kämmerin in der vergangenen Woche einbrachte. Dort ist das Defizit der Musikschule für 2015 mit 667.617 Euro ausgewiesen. Die Zielmarke ist für das Jahr 2020 festgesteckt: Dann soll das Defizit auf rund 433.000 Euro reduziert werden. Im Ansatz für das kommende Jahr geht die Verwaltung von einem Zuschussbedarf der Einrichtung von 655.700 Euro, für 2018 sogar von 685.000 Euro aus, ehe in 2019 ein deutlicher Einspareffekt sichtbar wird: 487.000 Euro. Ob sich dies unter Führung des Rhein-Kreises oder in Eigenregie entwickeln soll, ist diesen Zahlen nicht zu entnehmen, aber die verwaltungsinterne Entscheidung ist gefallen, jetzt müssen noch Kulturpolitik und Stadtrat zustimmen - zum Beispiel notwendigen Gebührenerhöhungen und Personaleinsparungen.

Wie die Verringerung des Defizits gelingen kann, dafür liefert der Rhein-Kreis Neuss unfreiwillig die Blaupause. Er hat im Rahmen der Übernahmeverhandlungen, die sich seit zwei Jahren hinziehen, einen "Businessplan" entwickelt, wie Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes erklärt. Darin sind eine Reihe von Einsparmöglichkeiten aufgezeigt, die am Ende das Defizit auf rund 427.000 Euro drücken würden. Offenbar hat die städtischen Vertreter dieser Businessplan so angeregt, dass sie ihn selbst umsetzen wollen. Böse Worte gibt es dafür aus dem Kreishaus nicht. Lonnes: "Nein, wir sind nicht sauer. Wenn die Stadt das Konzept so umsetzen kann, wäre es für die Dormagener gut. Die Frage ist, ob sie es so schafft." Der Rhein-Kreis habe gezeigt, wie es geht. "Wir waren eine Art Unternehmensberatung für die Stadt."

Der Businessplan sieht im Wesentlichen eine Reduzierung des Personals vor. Aktuell gibt es in der Musikschule neben einer kommissarischen Leitung noch drei Mitarbeiter. Nach Einschätzung des Rhein-Kreises ist die Verwaltung personell überbesetzt. Unter der Regie des Rhein-Kreises würde es wie Korschenbroich und Kaarst nur eine Bezirksleitung geben. Lonnes: "Nach unseren Vorstellungen würde der Unterricht in Schulen und im Kulturzentrum Zons stattfinden." Das spart Kosten. Auch würde der Unterricht selbst neu strukturiert, der in Dormagen laut Lonnes stark auf Einzel-Unterricht ausgerichtet ist, anders als beim Kreis, der auf Gruppenunterricht setzt. "Leistungsstarke Schüler erhalten natürlich auch verstärkt Einzelunterricht." Laut Gaspers ist das auch der Weg, den die Stadt einschlagen möchte.

Quelle: NGZ
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