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Dormagen
Stadt würdigt Hermann Kienle mit der Ehrennadel

Dormagen. Der Zonser, der unter anderem als Nachtwächter agiert, wurde für seine vielfältigen Verdienste ausgezeichnet. Von Franziska Gräfe

Ohne ihn wäre das für den Ort bedeutsame Korbflechterhandwerk unerforscht, hätte wohl niemand die Geschichte, Umbauten und Funktionsweise der Windmühle so akribisch notiert. Das Stundenlied des Nachwächters würde nicht durch die Altstadt schallen, hätte Hermann Kienle diese Tradition in seinem Heimatort nicht wiederbelebt. Auch die Beschreibung und Bewahrung der Wegekreuze im Stadtgebiet ist ihm zu verdanken. Die Liste von Kienles Verdiensten um die Heimatpflege ließe sich beliebig ergänzen, etwa um die Einrichtung des Römerkellers an St. Michael. "Du bist ein ehrenamtlicher Tausendsassa", bringt es Vize-Bürgermeister Hans Sturm auf den Punkt. Er verlieh Kienle am Mittwochabend die Silberne Ehrennadel der Stadt Dormagen. Abzeichen und Besitzer fanden allerdings erst nach einem Umweg zusammen, denn Sturm hatte zum Termin in der Tourist-Information zwar sein Manuskript, nicht aber die Nadel im Gepäck und kehrte deshalb noch einmal um, um das gute Stück zu holen. Es wird vom Rat der Stadt Dormagen zuerkannt.

Die Initiative ging von Thomas Schwabach aus, den formalen Antrag reichten die Kultur- und Heimatfreunde um Vorstandsmitglied Karl Kress ein. "Und wenn er sich auch noch so wehrt, er wird geehrt", scherzte Kress in Anspielung auf Kienles bescheidene Art. Kress machte deutlich, wie wichtig Kienles Einsatz als ehrenamtlicher Denkmalpfleger für den Erhalt der alten Festung ist. Unter seinem Vorsitz wirbt der Förderverein Denkmalschutz Altstadt Zons Gelder zur Sanierung der historischen Bauwerke ein. Neben der Heimatpflege fand Hermann Kienle immer Zeit fürs Ehrenamt, etwa im Kirchenvorstand der Pfarreien Heilige Familie Horrem und St. Michael, als Übungsleiter Breitensport beim TSV Bayer, Vorstandsmitglied des Geschichtsvereins Dormagen oder bei der Rumänienhilfe Brädeni. Ehefrau Ute, die über Jahrzehnte schon aktiv in der Flüchtlingshilfe mittut, unterstützt ihn stets.

Eröffnet wurde in der Tourist-Information auch die Ausstellung "Kunst auf Verteilerkästen". Kinder der Friedrich-von-Saarwerden-Grundschule hatten die Stromkästen mit Märchenbildern verschönert. Kienle war Projektleiter, unterstützt wurde die Initiative der Kultur- und Heimatfreunde auch von der Dormagener Bürgerstiftung, Künstlerin Maya Wojdyla und Kunstlehrerin Saskia Küpper.

Quelle: NGZ
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