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Dormagen
Hochzeitsfeier endet mit Knöllchen

Standesamt Dormagen: Hochzeitsfeier endet mit Knöllchen
Anja und Roland Klose am Tag ihrer Hochzeit vor dem Chevrolet, für den es ein Knöllchen gab. FOTO: privat
Dormagen. Am Tag ihrer Hochzeit bekamen Roland und Anja Klose einen Strafzettel wegen Falschparkens. Ihr Auto stand vor dem Standesamt. Von Dagmar Fischbach

Es sollte der schönste Tag in ihrem Leben werden. "Eigentlich war es das auch, wenn da nicht dieser ärgerliche Strafzettel gewesen wäre", sagt Roland Klose. Er und seine Braut Anja wollten sich am 17. Oktober im Dormagener Rathaus das Ja-Wort geben. "Bei der Bestellung des Aufgebotes haben wir nachgefragt, ob es ein Problem sei, unsere Hochzeitskutsche vorm Eingang abzustellen", erzählt der Bräutigam. Dabei handelte es sich um den schwarzen Chevrolet eines Freundes.

"Der Wagen aus den 1950-er Jahren hat Überlänge und einen Wendekreis wie ein Lkw. In eine Parkbucht kommt der gar nicht rein. Deshalb wollten wir es vorher klären", so Roland Klose. Die Standesbeamtin habe ihn beruhigt. Das Ordnungsamt drücke in solchen Fällen ein Auge zu, erzählt Roland Klose weiter.

Anja und Roland Klose am Tag ihrer Hochzeit vor dem Chevrolet, für den es ein Knöllchen gab. FOTO: privat

Am Tag ihrer Hochzeit stellte der Chauffeur den geschmückten amerikanischen Schlitten also direkt vor dem Rathauseingang ab - und kassierte eine Knolle. "Von einer Nachbarin erfuhren wir später, dass die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes gekommen sei, kurz nachdem wir ins Standesamt gegangen waren und ein Foto des Wagens gemacht habe", sagt Roland Klose. Sie habe, so der 49-Jährige weiter, gefragt, ob sie den Besitzer rausholen sollte, damit er das Auto wegfahren könne. "Aber die Beamtin lehnte das ab. Sie wolle die Zeremonie nicht stören. Die Überraschungspost käme dann in zwei Wochen", gibt er das Gespräch wieder.

Tatsächlich bekam der Chevi-Besitzer rund 14 Tage später Post von der Behörde. "Ein Knöllchen über 30 Euro", sagt Klose. Das Brautpaar war empört und wandte sich an das Ordnungsamt. "Dort trafen wir auf einen sehr freundlichen Herrn, der uns erklärte, dass es grundsätzlich verboten sei, Fahrzeuge vor dem Rathaus abzustellen.

Fotos: Eine Hochzeit mit zehn Bräuten FOTO: hgm-press

Dazu bedarf es einer Sondergenehmigung. Er zeigte aber Verständnis und vermerkte auf dem Strafzettel, dass die Sache erledigt sei und wir die Strafe nicht bezahlen müssen", sagt Klose. Doch die Freude währte nicht lange. Denn der Autobesitzer hatte das Bußgeld schon bezahlt. "Als ich dem Ordnungsamt die Sache schilderte, hieß es, dann könne man nichts mehr machen. Wenn gezahlt sei, würde die Akte geschlossen und das Geld zurück zu bekommen, sei unmöglich", erzählt der Frisch-Vermählte.

Seine Erlebnisse postete er im Internet und löste in den sozialen Netzwerken einen Sturm der Entrüstung aus. Aber auch die Stadt Dormagen äußerte sich und wies auf die Möglichkeit der Anhörung hin. "Bei dem vorliegenden Schriftstück handelt es sich um eine Verwarnung und um eine Anhörung. Bei der Verwaltung ist aber bislang noch nichts eingereicht worden", schreibt sie auf Facebook.

Würde der Adressat von seinem Recht Gebrauch machen, könne der Sachverhalt neu bewertet werden. "Das haben wir leider nicht genutzt und stattdessen sofort bezahlt", sagt Klose und betont, dass es ihm nicht um die 30 Euro ginge, sondern ums Prinzip. Von der Stadt Dormagen sei er sehr enttäuscht.

Quelle: NGZ
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