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Dormagen
Sternsinger bringen Gottes Segen

Dormagen. Auch in diesem Jahr ziehen zahlreiche Kinder durch die Straßen, singen Lieder wie "Stern über Bethlehem" und bringen den Segen an die Türen. Die Sternsinger sammeln in diesem Jahr Mal Geld für Kinder in Bolivien. Von Christian Lücke

"Stern über Bethlehem zeig uns den Weg, führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht", ertönte es am vergangenen Wochenende öfters, wenn Dormagener ihre Türen öffneten. Denn die Sternsinger der Pfarre St. Michael zogen vor dem Feiertag der Heiligen Drei Könige als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidet um die Häuser und verteilten ihren Segen. Am nächsten Wochenende folgen die Sternsinger des Seelsorgebereichs Dormagen-Nord.

Der Segen wird einerseits mit gesegneter Kreide an die Haustüren geschrieben. Dabei schreiben die Sternsinger "20*C+M+B*16", was für das Jahr 2016 sowie den lateinischen Spruch "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus) steht. Andererseits sagen die Sternsinger einen Haussegen auf: "Wir Kinder wollen Freude bringen und von Jesus Christus singen. Wir tragen mit uns einen Stern und künden euch die Botschaft gern. Vom Heiland der uns alle liebt, der gerne seinen Segen gibt. Helft auch ihr mit euren Gaben, dass Kinder eine Zukunft haben. Gott segne euch im neuen Jahr dass wünscht euch die Dreikönigsschar."

Die Reaktionen auf Gesang und Segen sind fast immer positiv, was die Kinder natürlich am meisten freut. Lara Marie Preuss (11) ist schon zum dritten Mal dabei: "Ich finde es immer schön, wenn die Leute die Tür aufmachen und sich ganz doll darüber freuen, dass wir kommen. Einige warten sogar auf uns." Für ihre Sternsingergruppe war es auch ein besonderes Erlebnis, als jemand mit dem Fahrrad anhielt, um sich den Segen abzuholen und Geld zu spenden. Natürlich sangen die Sternsinger wie auch an den Haustüren die erste Strophe des Liedes "Stern über Bethlehem."

Etwa 160 Kinder zogen in der Pfarre Dormagen-Süd (Zons, Hackenbroich, Rheinfeld, Horrem und Mitte) für den guten Zweck um die Häuser. Neben den Liedern und dem Segnen sammelten die Kinder wieder zahlreiche Spenden. Pfarrer Peter Stelten von St. Michael zeigte sich begeistert: "Das ist die größte Kinderhilfsaktion in der Welt. Seit 50 Jahren helfen Kinder anderen Kindern. Dabei haben die Sternsinger ein festes Bewusstsein dafür, dass sie anderen Kindern helfen."

In diesem Jahr kommt das Geld Kindern in Bolivien zu Gute. Dort haben indigene Bevölkerungsgruppen auf dem Land schlechte Lebensbedingungen und ziehen in die Stadt, wo sie sich aber anpassen müssen und ihre Traditionen und Bräuche in Vergessenheit geraten. "Deshalb gibt es Zentren mit sozialen Projekten in Betonung auf die Kultur, die die Jugendlichen dort wieder erlenen und neu kennenlernen", sagt Pastoralassistentin Maria Schwarz. Im vergangenen Jahr sammelten die Sternsinger Geld für Kinder auf den Philippinen. Neben diesem Wohltätigkeitsaspekt gibt es noch einen spirituellen Aspekt, wie Pfarrer Stelten erklärt: So gehen die Sternsinger bei der Aussendungsmesse zur Krippe und bringen den Segen in jedes Haus - wie auch die Heiligen Drei Könige, die dem Stern nach Bethlehem folgten, zur Krippe Christi kamen und von dort in ihre Länder zurückgingen.

Quelle: NGZ
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