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Dormagen
Stipendium für zwei Dormagener Schülerinnen

Dormagen: Stipendium für zwei Dormagener Schülerinnen
Valeria Arakelan (l.) und Mine Akay erhalten dank besonderer Leistungen für ihr Hochschulstudium 300 Euro monatlich. FOTO: Rhein-Kreis Neuss
Dormagen. Ihren Abi-Durchschnitt haben sie erst vor wenigen Tagen erfahren, jetzt wissen sie zudem, dass sie ihr Studium mit einem finanziellen Polster starten können: Mine Akay und Valeria Arakelan erhalten ab Oktober ein Hochschul-Stipendium in Höhe von jeweils 300 Euro monatlich. Von Bärber Broer

Seit 2009 vergibt der Rhein-Kreis Neuss das Migranten-Stipendium an erfolgreiche und sozial engagierte Abiturienten, die mit ihren Familien aus dem Ausland eingewandert sind und seit mindestens drei Jahren im Kreisgebiet leben.

Valeria Arakelan kam mit ihren Eltern aus Kasachstan nach Deutschland. "In der Grundschule wurde ich niedergemacht, weil ich die Sprache nicht beherrschte", erinnert sie sich. Die heute 19-Jährige spricht längst akzentfreies und perfektes Deutsch, hat später sogar ihren Mitschülern Nachhilfeunterricht in Deutsch und Englisch gegeben, letztlich einen Abi-Schnitt mit der Note 1,7 am Bettina-von-Arnim-Gymnasium in Dormagen geschafft und möchte Psychologie studieren. "Es war nicht leicht, sich zu integrieren", sagt sie. Aber die gebürtige Kasachin hat es ebenso geschafft wie Mine Akay, die im Alter von sechs Jahren gemeinsam mit ihren Eltern aus der Türkei nach Deutschland kam. "Ich habe die deutsche Sprache zunächst im Kindergarten gelernt", erzählt die heute 18-Jährige. Am Norbert-Gymnasium Knechtsteden hat sie ihr Abitur mit der Note 2,0 abgeschlossen und möchte ab Oktober Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen studieren.

Beide Abiturientinnen haben sich darüber hinaus sozial engagiert - eine wesentliche Bedingung für die Vergabe des Migranten-Stipendiums. "Ich war als Streitschlichterin und Schulsanitäterin an unserer Schule tätig und habe in einer Flüchtlings-AG mitgemacht", sagt Arakelan. Mine Akay hatte im Rahmen eines Schul-Sozialpraktikums Spaß an der Mitarbeit im Altenheim entdeckt. "Bei Sommerfesten, Karneval oder anderen Feiern habe ich dort gearbeitet", erzählt sie.

Von ihrem Mathematiklehrer Reiner Kohl hatte sie den Tipp erhalten, sich für das Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss zu bewerben. Valeria Arakelan wurde ebenfalls von ihrem Oberstufenkoordinator darüber informiert. Für die Bewerbung um das Stipendium mussten sie ein Motivationsschreiben, Belege über ihr soziales Engagement sowie ihre Einwanderung und einen Lebenslauf mit Berufsangabe der Eltern einreichen. Eine mehrköpfige Jury entschied schließlich, wer in diesem Jahr das Migranten-Stipendium erhalten sollte. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gratulierte den beiden und gab ihnen mit auf den Weg: "Sie sind als Stipendiatinnen Vorbilder für andere Schüler mit Migrationshintergrund, denn Sie haben nicht nur ein sehr gutes Abitur absolviert, sondern sich auch in Ihrer Freizeit sozial engagiert." Derzeit fördert der Rhein-Kreis Neuss zehn weitere Stipendiaten, vier haben ihr Studium bereits abgeschlossen. Das Migranten-Stipendium wird über die gesamte Regelstudienzeit bezahlt. Über jedes Semester sind Belege einzureichen.

Quelle: NGZ
 
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