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Dormagen
Streit über verkaufsoffene Sonntage

Dormagen: Streit über verkaufsoffene Sonntage
An den verkaufsoffenen Sonntagen ist die Innenstadt gut gefüllt. FOTO: LH
Dormagen. SPD diskutiert mit Kritikern und Befürwortern des Sonntagseinkaufs.

Die SPD macht weiter Druck beim Thema verkaufsoffene Sonntage. Sie strebt eine langfristige Lösung an, so Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt, "der allen Beteiligten Planungssicherheit gibt". Dabei ist nicht von vornherein klar, wohin die Reise bei den Sozialdemokraten geht, wenn Anfang nächsten Jahres in der Ratssitzung über Anzahl und Termine des Sonntagseinkaufs entschieden wird. Denn fraktionsintern gibt es eine starke, gewerkschaftlich organisierte Gruppe, die dagegen opponiert und sich für eine Reduzierung (oder Abschaffung) der bislang sieben Termine ausspricht. Vier davon gelten für die Innenstadt.

Auf Initiative von Stadträtin Jenny Gnade und dem Kreistagsabgeordneten Denis Arndt, beide Vorstandsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im Rhein-Kreis, hatte die SPD-Fraktion Vertreter der christlichen Glaubensgemeinschaften, der Gewerkschaft und der Werbegemeinschaft CiDo eingeladen. Pfarrer Peter Stelten plädierte gegen verkaufsoffene Sonntage. Er setzt sich dafür ein, dass sich die Menschen an einem Tag in der Woche wieder auf sich selbst und ihre Familien besinnen und die "Stille in den Straßen" genießen können. Sabine Busch von der Gewerkschaft Verdi erläuterte weitere Aspekte gegen die Sonntagsarbeit, wie die zusätzliche Belastung der Arbeitnehmer und deren Familien. Auch sei aufgrund fehlender gesetzlicher Regelungen nicht sichergestellt, dass die Mitarbeiter an einem solchen Sonntag höhere Vergütungen zum Ausgleich erhalten. Michaela Jonas, Vorsitzende der Werbegemeinschaft "CiDo", sagte in einer schriftlichen Stellungnahme, dass für sie der Sonntagseinkauf ein fester Bestandteil von Innenstadtfesten ist, bei denen auch den Bürgern ein besonderes Einkaufserlebnis ermöglicht würde.

Guido Schenk, Leiter Stadtmarketing, sagte auf Anfrage der NGZ, dass es für ihn ein Ärgernis sei, dass diese verkaufsoffenen Sonntage kritisch thematisiert werden, "aber nicht die Trödelmärkte an zwölf Sonntagen in Top-West, bei denen von Auberginen bis Zahnpasta alles gekauft werden kann".

(schum)
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