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Dormagen
Tannenbusch: Unbekannte schneiden Löcher in Volieren

Dormagen. Marc Pellekoorne ist entsetzt und verärgert zugleich. Unbekannte haben in der Nacht von Freitag auf Samstag große Löcher in die Volieren der Uhus und Waldkäuze im Tierpark Tannenbusch geschnitten. Von Anneli Goebels

Das Gute: Kein Tier wurde verletzt, gestohlen oder ist weggeflogen. Der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen (SDW), der die Tiere im Tannenbusch gehören, glaubt auch den Grund für die Tat zu kennen: "Wahrscheinlich dachten der oder die Täter, den Tieren etwas Gutes zu tun und ihnen so ihre Freiheit zu schenken", sagt Pellekoorne. Denn er weiß aus eigener Erfahrung, dass Besucher immer wieder vor den Volieren stehen, die Tiere beobachten und dann Mitleid empfinden, weil sie eingesperrt sind.

"Die Aktion zeugt von großem Unwissen", sagt Pellekoorne, der selbst Falkner ist. "Die Tiere im Tierpark Tannenbusch sind alle in menschlicher Obhut geboren und haben es nie gelernt, für sich selbst zu sorgen und selbst zu jagen. Wären sie wegen der Löcher ausgebrochen, wäre das ihr sicheres Todesurteil gewesen", betont er.

Entdeckt worden waren die Löcher von der Tierpflegerin Sandra Tresbach bei ihrem morgendlichen Rundgang am Samstag. Sie traf denn auch gleich die notwendigen Maßnahmen, damit die Tiere nicht ausbrechen konnten. Auch die Polizei wurde, wie Pellekoorne gestern bestätigte, informiert, und Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Immer wieder, so Pellekoorne, käme es zu bösen E-Mails und Facebook-Nachrichten, weil der Tierpark Vögel halte. "Die Tiere im Tierpark sind alle Nachzuchten aus anderen Zoos oder hatten einen Unfall, so dass sie in freier Wildbahn nicht mehr überleben könnten", stellt er klar. Anfang Juni war im Tannenbusch eine Ziege so schwer mit einem scharfen Gegenstand verletzt worden, dass sie zwei Tage später starb.

Quelle: NGZ
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