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Dormagen
Tauschfieber in der Stadtbibliothek

Dormagen. Sammelfieber zur Fußball-EM: Sammelkarten wechseln ihren Besitzer.

"Hast du die 138 doppelt?" und "Hier, schau dir mal meine doppelten Karten an" waren Sätze, die am Samstagvormittag durch das Untergeschoss der Dormagener Stadtbibliothek hallten. Denn hier fand die zweite von insgesamt sechs Tauschbörsen (bis 9. Juli jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr) statt. "Wir bieten das schon seit der EM 2012 an, und haben damit einen Nerv getroffen", freut sich Claudia Schmidt, die Leiterin der Stadtbibliothek, über den großen Andrang.

An der Stickerbörse wurden diverse Arten von Karten gehandelt, etwa Sammelsticker eines Supermarkts oder die am häufigsten getauschten Sticker des Panini-Albums.

"Ich bin mit zwölf Karten hierhin gekommen und habe nun 22 neue ertauscht. Es fehlen mir nur noch zwei", sagt André (13). Auch seine Panini-Sticker hatte der 13-Jährige dabei. Die Anzahl der dort fehlenden Karten hat er innerhalb einer halben Stunde von zwölf auf sechs reduziert. "Die deutsche Mannschaft habe ich schon ganz", sagt er. Bei der WM 2014 hatte er sein Album komplettiert. "Der Ehrgeiz der Kinder, aber auch der Eltern, das Album voll zu bekommen ist groß, sonst würden wir hier nicht einige Stunden sitzen", erzählt Andrés Vater, Peter Derichs.

Fabienne (12) fehlen noch 28 Karten in ihrem Panini-Heft. "Sie ist das einzige Mädchen im Freundeskreis, das sammelt", berichtet ihre Mutter, Michaela Belkadi. Doch das stört Fabienne nicht, ganz im Gegenteil: "Fabienne hat 2006 mit der WM angefangen und die Leidenschaft für das Sammeln von ihrem großen Bruder übernommen. Seitdem hat sie alle Hefte gefüllt." Die 12-Jährige ist fußballbegeistert und fieberte auch beim Eröffnungsspiel am Freitag im Trikot der "Équipe Tricolore" vor dem Fernseher mit, denn ihr Vater kommt aus Frankreich. Unter der Woche wird in der Schule oder auch vor dem Training der Tanzsterne der KG "Ahl Dormagener Junge" getauscht - Fabienne war 2014/15 Kinderprinzessin.

Am Samstag tauschten auch Ältere. Für Uwe Sass "ist es ein Phänomen, das einen an die Jugend erinnert." Der 48-Jährige findet "es schön, dass alle Alterklassen dabei sind." Wo viele auf handgeschriebene Listen zurückgreifen, hat Sass sich die kostenlose App "Sticker Tracker" aufs Smartphone geladen.

(clü)
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