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Dormagen
Tod auf der Standspur - Trucker gefasst

Dormagen: Tod auf der Standspur - Trucker gefasst
Ein 55 Jahre alter Mann aus Pulheim wurde am Dienstagabend auf der A 57 Opfer eines schrecklichen Unfalls. FOTO: B. Rosenbaum
Dormagen. Der Lkw-Fahrer, der am Dienstag einen Mann auf der A 57 überfahren hat und weitergefahren ist, wurde in Köln gefasst. Von Klaus D. Schumilas

Es war eine hoch dramatische Situation, die sich am Dienstag Abend auf der Autobahn 57 zwischen den Anschlussstellen Dormagen und Köln-Worringen abspielte. Ein 55 Jahre alter Autofahrer musste aufgrund eines technischen Defektes anhalten und sein Fahrzeug auf dem Seitenstreifen abstellen. Nach Polizeiangaben war der Pulheimer auf dem Weg zum ordnungsgemäßen Absichern des Autos, als er von einem Lkw erfasst wurde. Er wurde tödlich verletzt. Der Lkw-Fahrer setzte seine Fahrt fort. Aufgrund von Zeugenhinweisen konnte der Mann, ein Mazedonier ohne festen Wohnsitz, in Köln festgenommen werden. Den 40-Jährigen erwartet möglicherweise ein Strafverfahren. Die A 57 war für drei Stunden in Richtung Köln gesperrt.

Die näheren Umstände liegen noch weitgehend im Dunkeln. Nach Angaben der Polizei in Köln wurde eine Ermittlungsgruppe des Verkehrskommissariats eingesetzt. "Wir suchen dringend Zeugen, die den Verkehrsunfall beobachtet haben und Angaben zum Unfallgeschehen machen können", sagt ein Polizeisprecher. Hinweise sind an das Verkehrskommissariat 2, Telefon 0221 2290 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de zu richten. Derzeit gibt es viele Fragen, die sich rund um den Unfallhergang stellen: Zum Beispiel, ob das Opfer beim Aussteigen aus seinem Fahrzeug zu nahe an den Fahrstreifen geraten ist und so vom Lkw erfasst wurde? Oder ob er sich bereits einige Meter von seinem Fahrzeug, einem Ford, entfernt hatte und auf dem Standstreifen erfasst wurde? "Dazu haben wir nach jetzigem Stand noch keine Erkenntnisse, das soll die Ermittlungsgruppe untersuchen", so der Polizeisprecher. Fest steht, dass der Pulheimer mit einer Warnweste bekleidet war. Zu den genauen Umständen der Festnahme des Lkw-Fahrers machte die Polizei keine Angaben. "Wir hatten Zeugen, die den Unfall mitbekommen haben", hieß es nur. Offenbar gaben die das Kennzeichen bzw. Teile davon an die Polizei weiter, die Fahrzeug und Fahrer dann "in Köln" aufspürten. Beim Fahrer gab es keine Hinweise auf Alkoholgenuss. "Von Rechtswegen wurde ein Verfahren eingeleitet", so die Polizei. Ob ein Haftbefehl beantragt wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft Köln nach Vorlage der Ermittlungsergebnisse.

Das Auto steht an der Leitplanke, möglichst weit von der Fahrbahn entfernt. FOTO: Bernd Rosenbaum

Bei dem tödlichen Unfall waren auch Einsatzkräfte aus Dormagen dabei. Laut Stadtsprecher Harald Schlimgen ein Notarzt, Rettungswagen und die Feuerwehr mit Drehleiter. Es wurde offenbar noch 40 Minuten lang versucht, das Opfer zu reanimieren. Vergeblich, es starb noch an der Unfallstelle.

Nach Angaben des ADAC Nordrhein sind Unfälle, bei denen Autofahrer auf der Autobahn von Lkw erfasst werden, die Ausnahme. Sprecherin Simone Wans rät für den Pannenfall dringend, das Fahrzeug auf der Beifahrerseite zu verlassen. "Die Warnweste sollte bereits im Auto angezogen werden." Um das Warndreieck 200 Meter hinter dem Auto aufzustellen, sollte der Fahrer den Weg hinter der Leitplanke zurücklegen.

Quelle: NGZ
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