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Dormagen
Top West: Möbelhaus schadet uns

Dormagen: Top West: Möbelhaus schadet uns
Noch wird am Segmüller-Einrichtungshaus in Pulheim kräftig gebaut. FOTO: Ati
Dormagen. Der umstrittene Neubau des großen Segmüller-Centers bereitet der Interessengemeinschaft aus dem Dormagener Gewerbegebiet Bauchschmerzen. Michaela Jonas von der City-Offensive sieht das Projekt gelassen. Von Stefan Schneider und Bernd Rosenbaum

Das Thema schlägt derzeit in der Region hohe Wellen und beschäftigt auch die Händler im Dormagener Gewerbegebiet Top West: Im Dezember will der süddeutsche Möbelriese Segmüller in Pulheim ein neues Center mit 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnen. Doch kurz vor dem Start steht das Projekt auf der Kippe. Die Städte Leverkusen und Bergheim hatten geklagt, weil sie ihren Einzelhandel durch das Möbelhaus bedroht sehen. Denn Segmüller will auf 1500 Quadratmetern Produkte anbieten, die "zentrumsrelevant" sind, wie es im Fachjargon heißt. Das Verwaltungsgericht Köln aber hat die von der Stadt Pulheim erteilte Baugenehmigung unlängst für unwirksam erklärt.

Dass damit das weitgehend fertiggestellte Möbelhaus dauerhaft ausgebremst wird, glaubt kaum jemand, obwohl es sich möglicherweise in Top West so mancher wünschen würde. Denn den dort beheimateten und im Vergleich zu Segmüller deutlich kleineren Möbelmärkten Roller, Polsterarena Bernskötter und Casa Natürliches Wohnen erwächst starke Konkurrenz. Und die tue Top West insgesamt weh, urteilt Norbert Heinen, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Top West. "Denn die Möbelhäuser sind auch Frequenzbringer für die anderen Geschäfte hier im Gewerbegebiet." Seien die nicht mehr überlebensfähig, schade das auch den anderen Händlern, die in Top West angesiedelt sind. Zumal sich mit Höffner in Neuss ein weiterer Möbel-Riese in der Nähe befinde. "Definitiv wird uns auch Segmüller Kunden wegnehmen", glaubt der IG-Top-West-Chef.

Die Stadt Dormagen, die sich gutachterliche Unterstützung gesucht hatte, habe in allen Beteiligungsstufen Anregungen und Bedenken zu Segmüller geäußert, berichtete Stadtsprecher Harald Schlimgen. Einigen sei gefolgt worden, anderen nicht. Ein Knackpunkt: Der Gewerbepark Top sei laut Gutachten kein zentraler Versorgungsbereich und unterliege deshalb auch nicht besonderen Schutzansprüchen. Nur in einem Warensortiment in der Innenstadt seien gewichtige Kaufkraftabflüsse ermittelt worden. Einer Klage habe Dormagen unter diesen Voraussetzungen keine Chancen eingeräumt. Michaela Jonas, Vorsitzende der City-Offensive (CiDo), sieht das Thema ohnehin entspannt. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass sich die CiDo vor allem für eine attraktive Innenstadt engagiert. "Und ein Möbelgeschäft direkt im Zentrum haben wir ja nicht mehr", sagt Jonas. Auch die Konkurrenz durch die zentrumsrelevanten Artikel, die bei Segmüller verkauft werden sollen, hält sie nicht für besorgniserregend: "Pulheim ist doch ein ganzes Stück weg." In Rommerskirchen argumentiert man ähnlich. "Bei uns gibt es eine andere innerörtliche Struktur als in Bergheim und Leverkusen, wir haben wenig Geschäfte mit Möbeln im Angebot", sagt Wirtschaftsförderer Elmar Gasten. "Deshalb haben wir nie große Befürchtungen um die örtlichen Geschäfte gehabt und daher auch nie eine Klage in Erwägung gezogen."

Quelle: NGZ
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