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Dormagen
Treckerfans stellten Maschinen aus

Dormagen. Etwa 150 geschichtsträchtigeTraktoren konnten begutachtet werden. Von Christian Lücke

Der älteste Trecker war ein Lanz Bulldog aus dem Jahre 1937. "Die Firma Lanz ist ein deutsches Unternehmen, das inzwischen ausgestorben ist. Wenn man heute einen gut restaurierten Lanz Bulldog erwerben möchte, muss man 35.000 bis 45.000 Euro hinlegen. Das sind keine Sach-, sondern Liebhaberpreise", sagt Wolfgang Schröder von den Oldtimer-Treckerfreunden Dormagen.

Das ganze Spektrum der Trecker von Deutz über Hanomag bis hin zu Unimog war gestern auf dem Hitmarkt-Parkplatz vertreten. Alle Fahrzeuge, die Oldtimer oder auf dem Weg dahin sind, konnten parallel zum "Top West"-Fest bestaunt werden. Beim neunten Treffen der Treckerfreunde sind insgesamt etwa 150 der alten Landwirtschaftsmaschinen von ihren Besitzern ausgestellt worden. Neben kleineren Modellen für die Hofarbeit, also etwa den Transport von Tierfutter, waren auch größere Traktoren zu sehen, die für schwerere Arbeiten wie das Pflügen der Felder verwendet wurden und deshalb entsprechend größere PS- und Hubraumwerte aufweisen. So etwa der Hanomag 901 mit seinen 92 PS und Baujahr 1972. "Das war zu der Zeit eine starke Klasse", sagt Schröder. Einen Ursus C45 (Baujahr 1948) brachte Torsten Spickenagel aus Zons mit: "Ich wollte schon als Kind so einen haben und habe lange nach ihm gesucht. Dieses Model habe ich in einem Dorf in Luxemburg gefunden, da wurden Kindheitsträume wahr", sagt der Zonser. Etwas älter als der Ursus ist der Deutz F1 M 414 mit 11 PS aus dem Jahre 1939. "Das war einer der ersten Ackerschlepper von Deutz seit der Automatisierung der Landwirtschaft", sagt Norbert Preisler von den Oldtimer-Treckerfreunden Dormagen.

Wer an die Marke Porsche denkt, dem kommen heutzutage eher Luxusautos als Landwirtschaftsfahrzeuge in den Sinn. "Aber auch Porsche hat früher Trecker hergestellt, das wissen heute die wenigsten. Die Modelle von Porsche sind heute Schmuckstücke und gelten als Raritäten", so Schröder. Auch wenn die Landmaschinen früher für den Ackerbetrieb verwendet wurden, betreiben die Treckerfreunde ihre Leidenschaft fast alle als reines Hobby und fahren Touren, machen Ausflüge und treffen sich mit befreundeten Treckerclubs aus der Umgebung von etwa 50 bis 60 Kilometern. Schließlich ist man je nach Modell mit 15 bis 30 Kilometern pro Stunde unterwegs, so dass eine Strecke mehr als zwei Stunden dauert.

Mit dabei waren gestern auch Werner Berndt und Bernd Killen, die sich vom geringen Tempo nicht abschrecken ließen und mit 15 Kilometern pro Stunde eine abenteuerliche Reise bis nach Salzburg und zurück in ihrem Steyr von 1959 und einem kleinen Wohnwagen mit selbstgezimmerten Betten zurückgelegt hatten.

Quelle: NGZ
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