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Dormagen
Trödler mit großer Vorliebe fürs Handeln

Dormagen: Trödler mit großer Vorliebe fürs Handeln
Gerhard Bodden mit einer Wanduhr aus den 1950er Jahren. Der Rentner ist ein begeisterter Trödler, dem das Feilschen viel Spaß macht. FOTO: Georg Salzburg
Dormagen. Seitdem Gerhard Bodden Rentner ist, verkauft er öfters ausrangierte Schätze auf regionalen Trödelmärkten. Sein Hobby betreibt er nicht regelmäßig, aber immer, wenn er genug Sachen beisammen hat. Von Christian Lücke

Von alten Wand- und Kaminuhren aus den 1950ern über Porzellan- und Obstschalen bis hin zu einem Wäschestampfer konnte vieles am Samstag auf der Kölner Straße am Trödelmarktstand von Gerhard Bodden gefunden werden. Der 75-Jährige geht gerne als Verkäufer auf Trödelmärkte.

"Ich trödle hobbymäßig, damit ich etwas zu tun habe", sagt Bodden, der dieses Hobby vor drei Jahren sich entdeckt hat: "Damals hatte ich viele Sachen im Keller, später haben wir die Wohnung meiner Eltern aufgelöst, und ich habe es einfach mal ausprobiert." Seitdem ist er drangeblieben am Handel mit ausrangierten Schätzen. "Vor allem das Feilschen und Handeln macht mir Spaß, das ist das Schönste am Trödeln", sagt der Rentner. Wird er nach einem Preis gefragt, so fallen auch schon mal Sätze wie: "Das kostet zehn Euro, aber für acht kannst du es mitnehmen."

Das Handeln macht das Trödelhobby für Bodden erst interessant. "Mir geht es nicht darum Geld dazuzuverdienen, sondern geistig fit und in Bewegung zu bleiben. Wenn man älter ist, braucht man eine Aufgabe, schließlich kann man nicht jeden Tag rasenmähen", sagt er. Bei seiner Aufgabe achtet Bodden aber darauf, dass diese nicht in Stress ausartet. So geht er mal jede Woche trödeln, "wenn ich genug Sachen habe", und auch mal nur alle paar Wochen - wie es gerade passt. Trödeln ist für ihn Leidenschaft. Der Worringer nimmt an Märkten in der Umgebung teil, in Köln oder Dormagen.

Für den Transport leiht er sich stets einen Anhänger von einem Freund. Vertrödelt werden eigene Sachen, aber auch viele Freunde und Nachbarn bringen ihm Gegenstände vorbei, die sie nicht mehr brauchen und für zu schade zum Wegewerfen befinden. Einige kommen mit einzelnen Sachen, andere bringen gleich ganze Kartons mit und schenken ihm den Inhalt, damit ihre ehemaligen und jetzt ausrangierten Habseligkeiten einen neuen Besitzer finden.

Bodden verkaufte an seinem Stand ein gemischtes Angebot. Mit dabei waren etwa eine Wanduhr aus den 50ern und eine Kaminuhr Jahrgang 1947. Manchmal entwickeln sich spannende Gespräche mit Kunden. Am Samstag sah eine ältere Dame die Kaminuhr und erinnerte sich, dass es diese Uhren früher öfters auf der Kirmes an Losbuden zu gewinnen gab. "Damals waren die Achterbahnen noch aus Holz, es war eine schöne Zeit", sagt sie und auch Bodden bereitet es stets Freude, mit den Kunden an seinem Stand zu plaudern. Alles, was noch Wert hat, wird verkauft. Darunter sind auch Antiquitäten wie "Der echte Super-Waschling" der Firma DWZ: Der Wäschestampfer besteht auf Aluminium und Holz: "Früher füllten die Leute einen Bottich mit Wasser und Lauge, in den die Wäsche hineinkam." Diese wurde dann saubergestampft.

Fernab des Trödelns verbringt Bodden seine Zeit gern mit Gartenarbeit. In Worringen kümmert er sich in seinem Schrebergarten um Blumen und Wiese. Seinen Sonnenschirm aus dem Garten bringt er immer zum Trödel mit falls er mal in der prallen Sonne stehen muss.

Quelle: NGZ
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