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Tsv Bayer Dormagen
Für TSV Bayer wird die Luft dünner

Dormagen. 17:26-Schlappe in Bad Schwartau, Knieverletzung von Bettin - der Abstieg droht Von Volker Koch

Für den TSV Bayer Dormagen wird die Luft im Abstiegskampf der Zweiten Handball-Bundesliga immer dünner: Zur eigenen 17:26-Schlappe (Halbzeit 9:12) beim VfL Bad Schwartau gesellten sich die Siege der direkten Konkurrenten TuSEM Essen (24:19 über TV Neuhausen) und SV Henstedt-Ulzburg (25:20 über TV Großwallstadt), die den Abstand zum unteren Mittelfeld größer werden ließen.

Am heftigsten traf den Aufsteiger aber die Knieverletzung, die sich Maximilian Bettin im Abschlusstraining am Freitagabend zuzog und die ein Mitwirken des mit Abstand besten Torschützen in Bad Schwartau nicht zuließ. "Das Knie ist angeschwollen, deshalb wissen wir noch nicht genau, was er hat", sagt Trainer Jörg Bohrmann, der "alles von einer eherharmlosen Schleimbeutelverletzung bis hin zum Kreuzbandriss" für möglich hält. So wird erst die ärztliche Diagnose heute Aufschluss darübergeben, ob der 20-Jährige im "Abstiegs-Endspiel" am Donnerstag (19.30 Uhr, Bayer-Sportcenter) gegen TuSEM Essen überhaupt auflaufen kann.

"Fällt jetzt auch noch Betti aus, können wir das kaum kompensieren", sagt Bohrmann, der in Bad Schwartau auf die beiden Linkshänder Peter Strosack (verletzt) und Tobias Plaz - seine Frau erwartet in diesen Tagen das zweite Kind - sowie ab Mitte der ersten Halbzeit auch noch auf Johnny Eisenkrätzer verzichten musste, dessen aufgeplatzte Lippe genäht werden musste. "Da fehlten dann im zweiten Durchgang die Alternativen für den Rückraum", sagt Bohrmann, denn auf der Bank saßen in Pascal Noll, Bastien Arnaud und Patrick Hüter nur noch Außen- und Kreisspieler.

Dennoch hätte sich der Dormagener Trainer eine andere Vorstellung seiner Schützlinge vor 1619 Zuschauern in der Lübecker Hansehalle gewünscht. Er bemängelte "viel zu viele frei verworfene Bälle" - VfL-Torhüter Dennis Klockmann parierte fast die Hälfte aller Dormagener Würfe - und "Disziplinlosigkeiten" vor allem kurz vor und direkt nach der Pause, als aus einem 9:10 ein 9:12-Halbzeitstand und daraus ein 9:16 wurde: "Da haben einige komplett den Kopf verloren." Bohrmann hatte freilich auch ein paar Lichtblicke gesehen: Zum einen gab es für ihn an der Defensivleistung wenig auszusetzen - "26 Gegentore sind vollkommen in Ordnung, zumal zwölf aus Gegenstößen resultierten" - zum anderen zeigte Neuzugang Marijan Basic ein starkes Spiel und war mit 8/3 Treffern auch bester Werfer. Davon abgesehen steht für Jörg Bohrmann allerdingsfest: "Mit einer solchen Leistung haben wir in der Zweiten Liga nichts zu suchen. Ich erwarte eine Reaktion nicht erst beim Spiel gegen Essen am Donnerstag, sondern bereits im Training am Montag."

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kapitel Zweite Liga nach einer Saison wieder beendet ist für die Dormagener Handballer, ist nach dem neuntletzten Spieltag jedenfalls ein Stück größer geworden: Essen ist bereits drei Punkte enteilt, Henstedt gar sechs. Von einem "Endspiel" an Gründonnerstag spricht Bohrmann trotzdem nicht, sondern macht eine einfache Rechnung auf: "Wir müssen von den letzten acht Spielen fünf gewinnen, gegen wen ist egal." Fragt sich nur, mit wem er dieses Unterfangen bewältigen will....

Quelle: NGZ
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