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Tsv Bayer Dormagen
Jetzt wird's schwer: Bayer nimmt den Kampf viel zu spät an

Tsv Bayer Dormagen: Jetzt wird's schwer: Bayer nimmt den Kampf viel zu spät an
Einen schweren Stand gegen die hart zupackende Abwehr der HG Saarlouis hatte nicht nur Dormagens Kreisläufer Alexander Kübler. FOTO: Michael Jäger
Saarlouis. Bei der 26:30-Niederlage im Abstiegs-Endspiel in Saarlouis fehlen Einstellung und Cleverness. Nach elf Minuten war schon alles vorbei: Als Jörg Bohrmann die grüne Auszeit-Karte zum ersten Mal auf den Zeitnehmertisch in der Halle am Stadtgarten knallte, lagen seine Schützlinge bereits 1:6 im Hintreffen. Von Volker Koch

Zwar entschied der TSV Bayer Dormagen die folgenden 49 Minuten des "Abstiegs-Endspiels" bei der HG Saarlouis mit 25:24 für sich, doch unterm Strich stand eine ebenso verdiente wie vermeidbare 26:30-Niederlage (Halbzeit 12:16), die die Aussichten auf den Verbleib in der Zweiten Handball-Bundesliga auf ein Minimum reduziert.

Zumindest dann, wenn die Dormagener in ihren letzten beiden Auswärtsspielen (in Nordhorn und Hildesheim) so auftreten wie am Samstagabend vor 1550 Zuschauern (davon eine Hundertschaft aus Dormagen) in Saarlouis. Denn einmal mehr gelang es dem Aufsteiger nicht, seine zu Hause durchaus vorhandenen Tugenden in der Fremde aufs Parkett zu bringen. "Von dem, was wir uns vorgenommen und besprochen hatten, haben wir in der ersten Halbzeit nichts, aber auch gar nichts umgesetzt", ärgerte sich ein sichtlich angefressener Jörg Bohrmann hinterher. Vorne grob fahrlässig, hinten löchrig und den Gegner nur begleitend statt sich ihm zu stellen - so lässt sich kein Blumentopf gewinnen.

Geschweige ein Abstiegsduell. Die zuvor in sieben Spielen in Folge sieglosen Hausherren zeigten, wie es gemacht wird: In der Abwehr packten sie kompromisslos zu, nahmen dafür auch Zeitstrafen in Kauf, und im Angriff überrannten sie die meist einen Schritt zu spät kommenden Dormagener mit Wucht und einfachen spielerischen Mitteln. Und wenn gar nichts mehr ging auf Seiten der HGS, dann packte Merten Krings den Hammer oder einen seiner Trickwürfe aus, von denen nur die Dormagener noch nie gehört zu haben schienen in der weiten Welt des Zweitliga-Handballs.

Genau diese Naivität ist es, die den Neuling den Klassenerhalt kosten könnte. "Vorne lassen wir uns verprügeln und hinten schauen wir nur zu", schimpfte Team-Manager Joachim Kurth, der sich als Ersatztorwart auch am Aufwärmen beteiligte, zur Pause. Hinzu kommt eine Lässigkeit und Nonchalance, die man sich im Abstiegskampf nicht erlauben darf: Wer nach zehn Minuten beim Stande von 1:5 vom Siebenmeterpunkt einen Heber versucht (und den prompt an die Latte setzt), wer seinen ersten gehaltenen Ball mit einem langen Abwurf (ob Pass oder Torwurf war schwer zu erkennen) gleich wieder wegwirft, wer von Außen allerlei Tricks und Heber probiert und prompt an einem Torhüter scheitert, der sicher nicht zu den herausragenden dieser Liga gehört, der hat offensichtlich nicht begriffen, was an diesem Abend auf dem Spiel stand.

Da nützte es auch nichts, dass die Gäste im zweiten Durchgang endlich den Kampf annahmen und gegen nachlassende Saarländer dem Spiel ihrem Stempel aufdrückten. Was im Hinspiel gelang - der TSV drehte einen 20:24-Rückstand (45.) noch in einen 31:26-Sieg - glückte am Samstagabend nicht, auch wenn der TSV fünf Minuten vor Schluss bis auf 23:25 verkürzen konnte. "Immer, wenn wir dran waren, haben wir irgendeine falsche Entscheidung getroffen", klagte Bohrmann und nahm von seiner Schelte nur den starken Nejc Poklar und den sich steigernden Robin Doetsch aus. Selbst Sven Bartmann fand trotz 15 gehaltener Bälle in seinen Augen keine Gnade: "Dafür hat er mindestens zehn leichte Tore kassiert."

Hinzu kamen in der Schlussphase etliche merkwürdige Entscheidungen der Unparteiischen - "Höhepunkt" war eine Auszeit für die Gastgeber, als der TSV längst in Ballbesitz war. Doch auch das hatten sich die Dormagener selbst zuzuschreiben. Denn auch den Respekt der Schiedsrichter muss man sich erarbeiten - und Respekt flößten die Bayer-Handballer mit diesem Auftritt nun wirklich keinem ein. Jetzt wird's ganz schwer . . .

Quelle: NGZ
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