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Tsv Bayer Dormagen
TSV lässt Essen im Abstiegsduell keine Chance

Tsv Bayer Dormagen: TSV lässt Essen im Abstiegsduell keine Chance
Den Grundstein für den klaren Heimsieg über TuSEM Essen legten die Dormagener in der Deckung. Ganz stark, auch bei seinen Ausflügen in die Offensive, trumpfte dabei Dennis Marquardt auf. FOTO: Heinz J. Zaunbrecher
Dormagen. 45 Minuten spielt der Handball-Zweitligist wie aus einem Guss und schöpft nach dem 30:25-Heimsieg neue Hoffnung im Abstiegskampf. Von Volker Koch

Noch nie sind Dormagener Handballer nach der Halbzeitpause so schnell aus der Kabine zurück auf der Platte gewesen wie am Donnerstagabend. Aus gutem Grund. Denn was sollte ihnen Jörg Bohrmann auch sagen nach dreißig Minuten wie aus einem Guss und einer nie erwarteten 16:8-Pausenführung im "Abstiegs-Endspiel" gegen TuSEM Essen? "Ich habe drei Sätze gesagt, Dennis Marquardt zwei, das war's," erzählte der Trainer des TSV Bayer Dormagen hinterher, "dann habe ich gesehen, dass die Jungs wieder in Bewegung kamen."

Denn die Bewegung, die körperliche wie die geistige Beweglichkeit, sie gab den Ausschlag für den am Ende mit 30:25 nicht deutlich genug ausgefallenen Sieg, mit dem die Dormagener neue Hoffnung schöpfen im Kampf um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga. "Jetzt haben wir es wieder selber in der Hand," sagt Jörg Bohrmann mit Blick auf die restlichen sieben Saisonspiele, in denen der Neuling neben dem bereits als Absteiger feststehenden Tabellenletzten Eintracht Baunatal noch auf drei direkte Konkurrenten trifft.

Eins ist klar: Hätten seine Schützlinge immer so gespielt wie in den ersten 30, ja sogar 45 Minuten im Westduell gegen die bis dahin chancenlosen Essener, sie hätten mit diesem Abstiegskampf längst nichts mehr zu tun. "Diszipliniert und mutig nach vorne", umschrieb der Trainer jene Spielweise, mit denen seine Spieler vor der stattlichen Kulisse von 1709 Zuschauern den eher behäbig wirkenden Gästen zwischen der elften und 30 Minute vollkommen den Schneid abkauften. "Das hatten wir uns anders vorgestellt, wir sind gar nicht ins Spiel gekommen", gab TuSEM-Trainer Mark Dragunski hinterher zu. Den Grundstein legten die Dormagener mit einer Deckungsformation, gegen die den Essenern im Positionsangriff nicht wirklich viel einfiel. Ganz stark, auch bei seinen Ausflügen in die Offensive, dabei Dennis Marquardt, nicht weniger zupackend Jonathan Eisenkrätzer, den man sich öfter in dieser Verfassung wünschte - vielleicht hatte ihm der von ihm co-produzierte, neue Imagefilm der Stadt Dormagen, der vor dem Anpfiff gezeigt wurde, das nötige Selbstvertrauen gegeben.

Und diesmal stieß der Aufsteiger nicht durch überhastete Aktionen und vermeidbare Fehler im Angriff das um, was er sich hinten aufgebaut hatte. "Eigentlich hatten wir keinen Schwachpunkt", bilanzierte der sonst nicht zu Pauschallob neigende Bohrmann zu Recht. Auch Maximilian Bettin und der in der Schlussphase von ihm aufs Feld geschickte Sebastian Damm, deren Einsatz wegen Kniebeschwerden bis zum Aufwärmen fraglich war, fügten sich nahtlos ins Gefüge ein, "das heute wirklich als Mannschaft funktioniert hat", fand Bohrmann und schickte ein "dickes Lob an die medizinische Abteilung", die fast rund um die Uhr im Einsatz gewesen sei, um die beiden spielfähig zu bekommen.

Nach der - kurzen - Pause fand Essen besser ins Spiel, weil Dragunski den Totalausfall Hannes Lindt und den viel zu statischen Dennis Szczesny durch seine junge Garde Jonas Ellwanger und Carsten Ridder ersetzte. Doch weil die Dormagener gnadenlos auf die Tempokarte setzten, und jedes Gästetor (und vor allem jede Parade des erneut starken Sven Bartmann) mit einem blitzschnellen eigenen Treffer beantworteten, wuchs der Vorsprung der Hausherren zwischenzeitlich auf für den TuSEM deprimierende zwölf Treffer (15:27, 47.) an. "Erst danach haben wir angefangen, Handball zu spielen, als wenn eine Last von den Schultern gefallen wäre", meinte Dragunski angesichts der Aufholjagd seiner Mannen, zu der die meisten Tore freilich aus Gegenstößen nach Dormagener Nachlässigkeiten fielen. "Wir haben da zu sehr versucht, das Ergebnis zu verwalten", sagte Dennis Marquardt selbstkritisch. Spätestens Bettins Siebenmetertor zum 28:21 (54.), mit dem er eine siebenminütige Trefferflaute der Hausherren beendete, beseitigte die zwischenzeitlich aufkommenden Zweifel am zehnten Saisonsieg. Der, fand jedenfalls der nach Alex Kübler (7) mit sechs Treffern zweitbeste Torschütze Robin Doetsch, "vielleicht der wichtigste überhaupt" war: "Jetzt wissen wir, dass wir es können."

Quelle: NGZ
 
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