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Lokalsport
Von einem "Endspiel" spricht noch keiner

Lokalsport: Von einem "Endspiel" spricht noch keiner
Wenig zimperlich dürfte es morgen Nachmittag zwischen dem TSV Bayer Dormagen und Eintracht Hagen zugehen - so wie hier im Hinspiel zwischen Pavel Prokopec, Johnny Eisenkrätzer und Matthias Aschenbroich (v.l.). FOTO: H. J. Zaunbrecher
Dormagen. Der TSV Bayer Dormagen erwartet morgen um 17 Uhr den VfL Eintracht Hagen zum Kellerduell der Zweiten Handball-Bundesliga. Von Volker Koch

Der Beginn des Grauens hat Datum und Ortsangabe: 16. Oktober 2015, Enervie-Arena, Stadionstraße 21 in 58097 Hagen. Hatte der TSV Bayer Dormagen bis dahin eine zwar wenig erfolgreiche, aber halbwegs ordentliche Saison in der Zweiten Handball-Bundesliga gespielt, setzte mit der 21:28-Niederlage beim VfL Eintracht Hagen der Niedergang ein, der im Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz und dem Rücktritt von Trainer Jörg Bohrmann seinen - vorläufigen - Kulminationspunkt fand.

Morgen (17 Uhr, TSV-Bayer-Sportcenter) stehen sich beide Kontrahenten erneut gegenüber. Neun von 38 möglichen Punkten haben die Dormagener seither geholt, noch einen Zähler weniger der VfL Eintracht Hagen (erwartete gestern TuSEM Essen, Ergebnis lag bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor). Zusammen mit dem SV Henstedt-Ulzburg (8) ist das die schlechteste Bilanz aller 21 Zweitligisten in diesem Zeitraum. Folgerichtig ziert dieses Trio auch die letzten drei Tabellenplätze, stände, wenn sich daran bis zum Saisonende nichts ändert, gemeinsam mit den Handballfreunden Springe als Absteiger fest.

Welches sportliche Niveau da am morgigen "Familien-Spieltag des Hit-Marktes" zu erwarten ist, lässt sich in etwa erahnen. Doch darauf kommt es in dieser Situation auch nicht an. "Wir müssen an an unsere Leistung gegen Rimpar anknüpfen, das ist unsere einzige Chance", sagt Tobias Plaz. Am Mittwoch bei der 26:34-Niederlage beim TV Emsdetten, gibt der neue Mannschaftsverantwortliche des TSV zu, sei das nur in der Anfangsphase gelungen. Spätestens, als Linkshänder Jo-Gerrit Genz mit einer Kapselverletzung am Daumen der Wurfhand Mitte der ersten Halbzeit ausschied, brach das System auseinander. "Mit drei Rechtshändern im Rückraum hatten wir Abstimmungsprobleme, konnten deshalb unser Tempo-Spiel nicht fortsetzen", sagt Plaz.

Die Folge: Die Gastgeber zwangen den TSV immer öfter in den gebundenen Angriff - und in dem stießen die Dormagener wie so häufig an ihre Grenzen. "Wir haben dann viel aus dem Stand geworfen, und das schlecht", sagt Plaz - gut ein Dutzend Bälle ging neben, übers Tor oder an den Pfosten, was Emsdetten immer wieder zu Gegenstößen nutzte. "Da müssen wir auch an unserem Rückzugsverhalten arbeiten", gibt der Mannschaftsverantwortliche selbstkritisch zu.

Seine Schlussfolgerung für die morgige Partie ist deshalb klar: "Wir müssen versuchen, unser eigenes Tempo so hoch wie möglich zu halten." Das auch unter dem Aspekt, dass die erste Sechs der Gäste über ein recht hohes Durchschnittsalter verfügt: Pavel Prokopec ist 36, der Ex-Dormagener Matthias Aschenbroich 34, Jens-Peter Reinarz 33, Marius Kraus 31, Dragan Tubic und der nach Verletzung auf sein Comeback hoffende Sebastian Schneider sind 30. Nur mal zum Vergleich: "Senior" unter den Dormagener Feldspielern ist Alexander Kübler - der Kreisläufer ist im vergangenen September 26 Jahre alt geworden.

Dass Eintracht Hagen auch noch zwei Tage weniger Pause zwischen seinen Partien des Doppelspieltags hat, könnte da zum Vorteil für die Dormagener werden - wenn denn ihre "Jugend forscht"-Abteilung schwungvolles Angriffsspiel nicht mit fieberhafter Hektik verwechselt. Und wenn Tobias Plaz seinen Kader morgen Nachmittag halbwegs komplett zusammen hat. Ob Jo-Gerrit Genz auflaufen (und werfen) kann, entscheidet sich beim heutigen Abschlusstraining. Torhüter Sven Bartmann, der am Mittwoch ausfiel, ist bis einschließlich heute krankgeschrieben, Max Jäger, der ihn mit zwölf Paraden ordentlich vertrat, meldete sich am Donnerstag mit Magen-Darm-Problemen ab. Bei den Hagenern fehlt voraussichtlich weiterhin Torhüter Jürgen Müller, der die Dormagener im Hinspiel mit 19 Paraden schier zur Verzweiflung brachte.

Die könnte sich langsam auch beim Blick auf die Tabelle einstellen. Doch auch wenn sich morgen Letzter und Drittletzter gegenüberstehen, von einem "Endspiel" sprechen möchte Björn Barthel nicht: "Wir müssen nicht rechnen, sondern uns auf jedes Spiel konzentrieren", sagt der Handball-Geschäftsführer, "sollten wir verlieren, sind wir noch nicht abgestiegen, sollten wir gewinnen, sind wir noch lange nicht gerettet."

Quelle: NGZ
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