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Dormagen
TSV-Läuferin macht als Model eine gute Figur

Dormagen: TSV-Läuferin macht als Model eine gute Figur
Madita trägt eine Kollektion von Dominica Schyrba. FOTO: Jeanette Bäumer
Dormagen. Mit 15 Jahren wurde Madita Gernoth von einem Modelscout zu einem Casting überredet. Seitdem wird sie von Designern gebucht. Von Klaus D. Schumilas

Pullover, kurze Lederhose, Strumpfhose, Sneakers - alles in schwarz. "Die Sneakers sind so hässlich, die musste ich einfach haben", sagt Madita Gernoth und lacht. Dezent geschminkt und entspannt löffelt die junge Frau ihr Eis. Die jungen Männer am Nebentisch schenken ihr keinen zweiten Blick. Dabei lohnt sich der, denn die 17-Jährige ist eine Schönheit, die man beim zweiten Hinsehen erkennt. So wie es Modelscouts tun, und so hat Madita über ein halbes Dutzend Auftritte bei Modeschauen hinter sich, dazu etliche Fotoshootings von Designern, die unbedingt die 1,80 Meter große, junge Frau engagieren wollten, weil sie perfekt zu ihrer Kollektion passt. "Ich bin sehr wandelbar", sagt sie ohne jede Spur von Überheblichkeit.

Vor knapp zwei Jahren sprach ein Freund die Sportlerin des TSV Bayer bei einem Leichtathletik-Wettkampf an. Er arbeitete nebenbei als Modelscout und hatte sich die damals 15-Jährige mit den langen schlanken, aber sehr sportlichen Beinen genau angesehen. "Komm doch mal mit zu einem Casting", forderte er Madita auf. Die tat das auch nach Rücksprache mit ihren Eltern. Am "Design Department" in Düsseldorf, einer Akademie für Mode und Kommunikation, ging es darum, Models zu finden, die die Semesterarbeiten der angehenden Designer vorführen. "Ich war ziemlich aufgeregt, denn ich war jung und neu und dort waren auch viele erfahrene Models unter den Bewerberinnen", erinnert sich Madita. "Zuerst hieß es, alle Frauen unter 1,75 Meter können gehen. Dann mussten wir uns alle in einer Reihe aufstellen und alle mit einem zu breiten Becken wurden aussortiert. Das war schon krass." Die Schülerin des Norbert-Gymnasiums durfte bleiben. "Wir mussten dann in sehr hochhackigen Schuhen vorlaufen, das hatte ich zuvor noch nie gemacht." Bis heute hat Madita Gernoth nach eigenen Angaben keinen Kursus absolviert, in dem der Catwalk auf dem Laufsteg trainiert wird, "ich habe auch keine einzige Folge von Germanys Next Top-Model gesehen", versichert sie. Auch ihr besonderes, wandelbares Gesicht überzeugt Designer. "Ich wurde bald für Shootings angefragt, um auf TFP-Basis für sie zu arbeiten. Ich war total stolz!" TFP (Time For Pictures) bedeutet: Das Model gibt seine Zeit für das Shooting und erhält dafür die professionellen Fotos zur Erweiterung der Sedcard. Die ist bei der 17-Jährigen umfangreich, zu sehen sind Laufsteg-Fotos ebenso wie schöne, ruhige Modefotos vor Schloss Benrath. Aber auch den Gothic-Vamp gibt sie und ist dann kaum wiederzuerkennen. Viele der Kleidungsstücke würde sie selbst nie tragen, "aber darum geht es ja auch nicht. Die Mode soll verkauft und dazu bestmöglich präsentiert werden. Das versuche ich. Auf jeden Fall ist es sehr cool, so völlig unterschiedliche Klamotten in unterschiedlichen Posen, mit und ohne Gegenstände, zu zeigen."

FOTO: Marvin Vigoo

Die 17-Jährige, die in diesem Schuljahr ihr Abitur anstrebt, ist vielseitig interessiert und vor allem sportlich: Beim TSV Bayer trainiert sie eine Kindergruppe und ist als gute Läuferin auf vielen Strecken zuhause. Ihre Lieblingsdisziplin ist der anstrengende, lange Hürdensprint. Nach einer Verletzungspause nach der Teilruptur des hinteren Kreuzbandes schaffte sie 2015 die Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften über 300 Meter Hürden. Lernen, Sport, Freunde treffen - da ist ihre Zeit fürs Modeln begrenzt. Zumal Madita sich auch noch in der Fairtrade-Company der Schule engagiert. In die Richtung eines professionellen Model will Madita nicht gehen. Sie strebt eine duale Ausbildung bei P&C an, mit Studium Ökonomie und (Fashion-)Management. Modeln geschieht auf Zuruf. Wie am Wochenende, wo sie von der anerkannten Meerbuscher Künstlerin Ekaterina Moré zusammen mit einem Ex-Playboy-Model zu einem Shooting geladen wurde. Moré ist bekannt für ihre spezielle Sicht auf Frauen. In der nächsten Ausstellung im Januar wird Madita Gernoth in Acryl zu sehen sein.

Quelle: NGZ
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