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Dormagen
Tüftler reparieren Geräte mit Besitzern

Dormagen: Tüftler reparieren Geräte mit Besitzern
Werner Piel (r.) ist einer der Ehrenamtler, der im Repair-Café seine Dienste anbietet. Er untersucht den defekten Receiver von Werner Schlicht. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Nicht alles, was defekt ist, muss direkt weggeschmissen werden. In Nievenheim versuchen ehrenamtliche Helfer im Repair-Café möglichst alles, was ihnen in die Hände kommt, wieder funktionstüchtig zu machen. Von Christian Lücke

Koffer, Hochdruckreiniger, Bohrmaschinen, Rasenmäher und vieles mehr bringen Dormagener mit ins Nievenheimer Repair- Café. Der Reparatur-Treff ist aus einer Kooperation der Caritas mit dem Internationalen Bund entstanden und ist viel mehr als nur eine Werkstatt. Denn dort schauen die technisch versierten Ehrenamtler gemeinsam mit den Besitzern über und in die defekten Geräte und schaffen dabei vor allem Geselligkeit. Bei einem Kaffee wird über die Eigenheiten, die Benutzung und den Schaden gesprochen. Eine Plauderatmosphäre eben - an deren Ende hoffentlich eine Lösung für das Problem oder weiterführende Tipps gefunden werden können.

"Die Leute sitzen immer dabei, da es Hilfe zur Selbsthilfe sein soll und sie das nächste Mal ihre Sachen vielleicht allein reparieren können", sagt Heinz Schneider vom Caritasverband des Rhein-Kreises Neuss. Zudem wolle man mit dem Repair- Café ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen und Ressourcen schonen. Ferner "hängen viele Menschen auch an ihren Geräten, weil sie mit ihnen Erinnerungen verbinden, etwa wenn sie diese zum Hochzeitstag geschenkt bekommen haben", sagt Schneider. Deshalb tüfteln die Helfer gemeinsam mit den Besitzern und versuchen alles, um die Dinge wieder funktionstüchtig zu machen. Einer dieser Ehrenamtler ist Werner Piel, der Maschinenbau studiert hat und in seinem Berufsleben in der Stahl- und später in der Chemieindustrie als technischer Kaufmann arbeitete: "Ich war schon immer technikaffin und bin mittlerweile Rentner. Als ich mitbekommen habe, dass es in Dormagen ein Repair-Café gibt, wollte ich helfen", sagt der Kaarster, der nun einmal im Monat nach Nievenheim kommt und dabei neben Know-How auch seine eigenen elektrischen Prüfgeräte wie beispielsweise ein Spannungsmessgerät mitbringt. Werner Schlicht hat einen defekten Receiver dabei. "Ich habe ihn damals im Internet gekauft und nun ist er seit einem halben Jahr kaputt", sagt der Dormagener, der noch einen alten Röhrenfernseher besitzt, der nur analoge Sender empfängt.

Nachdem das ganze Innenleben analysiert und mit Messgeräten getestet wurde, stellt Werner Piel fest, dass "sich der Receiver nicht einschalten lässt, da der Hauptschalter keinen Strom mehr weiter gibt." Eine Reparatur wäre zu teuer. Immerhin hat Werner Schlicht nun Gewissheit.

Gewissheit darüber, dass etwas mit ihrem Hochdruckreiniger nicht stimmt, hat Gabriele Damrich auch: "Vergangenes Jahr habe ich damit noch die Terrasse gesäubert, aber dieses Jahr tut sich gar nichts", berichtet die Delratherin. Vermutet wird, dass der Motor nicht anspringt, doch für die Öffnung des Hochruckreinigers benötigt man Spezialwerkzeug. Das hat das Repair-Café nicht. "Deshalb empfehle ich, in eine Elektrowerkstatt zu gehen", rät Piel. "Ich fand es interessant und auch wenn es nicht repariert werden konnte, habe ich einen Tipp erhalten", ist die Rentnerin zufrieden und verlässt das Café mit ihrem leider noch defekten Reiniger.

Quelle: NGZ
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