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Dormagen
"Unechte Einbahnstraße" wird häufig missachtet

Dormagen: "Unechte Einbahnstraße" wird häufig missachtet
Albert Grabowski gehört zu den Kritikern, die den Verkehr in Horrem bemängeln. Mit der aktuellen Lösung ist er nicht zufrieden. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Der Durchgangsverkehr soll langfristig nicht mehr über die Weilerstraße fließen. Wegen einer Baustelle gilt jetzt Einbahnstraße. Von Marcus Hammes

Der junge Mann mit der Sonnenbrille wirkt lässig in seinem schwarzen BMW. Den linken Arm hat er locker in das geöffnete Autofenster gelegt, die rechte Hand hält das Steuer. Die Rechts-vor-links-Regelung an der Gottfried-Breuer-Straße am Seniorenzentrum Markuskirche ignoriert er - ebenso die Durchfahrt-verboten-Schilder wenige Meter weiter. Kein Einzelfall.

Seit Donnerstag ist die Ortsdurchfahrt Horrem, die Weilerstraße, auf einem Teilstück wieder Einbahnstraße. Zwischen der Gottfried-Breuer-Straße und der Knechtstedener Straße soll der Verkehr nur in Richtung der K12 fließen. Anlass für diesen Schritt sind parkende Fahrzeuge von Handwerkern, die am Straßenrand an der Baustelle der Baugenossenschaft Dormagen parken. Beachtet wird die neue Verkehrsführung, die eine Umleitung über die Heinrich-Meising-Straße, Am Hagedorn und die Knechtstedener Straße vorsieht, jedoch längst noch nicht von jedem Verkehrsteilnehmer. Anwohner klagen nun, dass die Autofahrer die neuen Regelungen nur halbherzig beachten und die Ortsdurchfahrt dennoch in beide Fahrtrichtungen nutzen. Im Bereich der Umleitung werden zu hohe Geschwindigkeit und rücksichtsloses Verhalten bemängelt.

"Wir haben an der Weilerstraße nun die gleiche Situation wie vor einigen Monaten, als die Einbahnstraße schon einmal bestand", erläutert Stadtsprecher Harald Schlimgen. Bei der Lösung handele es sich um eine "unechte" Einbahnstraße. "Die untersagt die Einfahrt von einer Seite. Innerhalb der Einbahnstraße darf der Verkehr jedoch in beide Richtungen fließen", erklärt Schlimgen. Für den Verkehr von der K12 aus soll eine Ortsdurchfahrt unattraktiv werden. Das ist ein Ziel des Stadtteilentwicklungskonzeptes "Soziale Stadt Horrem".

"Alle Versuche, den Verkehr aus Horrem zu halten, sind bisher gescheitert", sagt Albert Grabowski, der seit 1968 in Horrem lebt. Die Weilerstraße bezeichnet er als Dormagens Experimentierstraße. "Die Maßnahmen greifen nicht. Der Verkehr wird nur auf andere Straßen verlagert und bringt keine wirkliche Entlastung", beklagt er.

Am Donnerstag und Freitag gab es erhebliche Verkehrsbehinderungen. "Die Einbahnstraßenregelung war so, wie sie eingerichtet war, eine Katastrophe. Die Schilder waren viel zu klein", bemängelt Grabowski. "Wir haben die Ausschilderung am Freitag noch einmal nachgebessert und mit Sperrbaken nachgerüstet", sagt Schlimgen. Die Polizei, die für die Überwachung des fließenden Verkehrs zuständig ist, hat sich die Situation vor Ort bereits angesehen. "Die neue Verkehrsregelung muss sich erst einmal rumsprechen. Wir beobachten die Situation allerdings", macht Polizeisprecherin Diane Drawe deutlich.

"Im Bereich der Heinrich-Meising-Straße wird gerast. Man muss ja den Zeitverlust wieder reinholen, der durch die Umleitung entsteht", sagt Anwohner Henryk Volkmann. Die Umleitung leitet den Verkehr an einer Grundschule vorbei. "Man müsste hier mehr blitzen", fordert Volkmann. Die Stadt nehme Beschwerden und Anregungen wie diese ernst. Schlimgen kündigt eine verstärkte Verkehrsüberwachung durch das Ordnungsamt an.

Quelle: NGZ
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