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Dormagen
Unerwartetes Konzert bei Privataudienz vor dem Papst

Dormagen. Auf einer Rom-Wallfahrt spielte Michael Förtsch aus Damm mit seiner Schüler-Kapelle vor dem Pontifex - und etwa 45.000 Pilgern. Von Karin Verhoeven

Für Michael Förtsch war es eine Romreise der Superlative: Der Musik- und Mathelehrer aus Damm musizierte in der vergangenen Woche mit seinem Schüler-Orchester bei einer Privataudienz des Papstes - und 45.000 Menschen auf dem Petersplatz hörten zu. "Die Eindrücke dieser Romreise haben all meine Erwartungen übertroffen," sagt Förtsch rückblickend. Und es gab noch eine weitere Besonderheit: Am letzten Tag seines Aufenthaltes in der "Ewigen Stadt" erhielt Förtsch (58) die höchste und seltene Auszeichnung der Malteser, die "Malteser Dankplakette" - als Zeichen der Anerkennung und des Dankes für besondere Verdienste und die Erfüllung des Malteser Auftrages.

Spontan hatte er zugesagt, als vor einem Jahr die Anfrage der Malteser kam, ob er die 11. Malteser-Rollstuhlwallfahrt nach Rom musikalisch mit einer Bläsergruppe des Malteser-Gymnasiums Willich begleiten wolle. Es sollte die allererste Wallfahrt mit Blasmusik-Begleitung sein. "Ab sofort probten zwölf Mitglieder der von mir geleiteten Bigband ein Jahr lang jeden Montag in der großen Pause für diese größte Pilgerreise für Menschen mit Behinderungen", erzählt Förtsch. Außerdem absolvierte jeder Teilnehmer einen "Rolli-Führerschein" zur Betreuung von Behinderten. Seit 1981 finden diese Malteser-Wallfahrten nach Rom alle drei Jahre statt. Diesmal waren 800 Teilnehmer aus 22 Diözesen dabei, davon 300 Menschen mit Behinderungen.

Auch Michael Förtschs Sohn Simon gehörte zur Reisegruppe. Er sprang kurzfristig ein, als der erste Trompeter ausfiel. Der 25 Jahre alte Musikstudent ist tief berührt von den Begegnungen auf dieser Wallfahrt und sagt: "Das Mitmenschliche war für mich besonders beeindruckend." Während sich Papst Franziskus noch bei der Privataudienz viel Zeit nahm, die Kranken und Behinderten zu begrüßen, geschah etwas, das für den jungen Mann aus Damm unvergesslich bleiben wird. "Ganz unerwartet wurden wir aufgefordert, vor dem Papst bei der Privataudienz zu spielen", berichtet Simon Förtsch. Da Michael Förtsch auf der Reise die Tuba gespielt hatte, musste sein Sohn Simon an seiner Stelle die Einsätze geben. "Wenn wir gewusst hätten, dass uns draußen auf dem Petersplatz 40 Minuten lang eine riesige Menschenmenge von 45.000 Pilgern auf großen Leinwänden sehen kann und unsere Lieder wie ,Amazing Grace' mitsingt, hätte wahrscheinlich keiner von uns einen Ton hervor gebracht", sagt Vater Förtsch schmunzelnd.

Vom 35 Kilometer außerhalb gelegenen Hotel "Fraterna Domus", wo alle 800 Pilger untergebracht waren, ging es mit Polizei-Eskorte und Sperrung belebter Kreuzungen jeden Tag stadteinwärts. In mehreren berühmten Kirchen Roms gestaltete das Bläserensemble die Messen musikalisch. Die im Petersdom dürfte Simon Förtsch in besonderer Erinnerung bleiben, spielte er dort doch sogar ein Trompeten-Solo.

Quelle: NGZ
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