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Dormagen
Unternehmer geben Flüchtlingen Chance

Dormagen: Unternehmer geben Flüchtlingen Chance
Flüchtlinge helfen im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten dem Baubetriebshof, die Stadt sauber zu halten (l.). Tankstellen-Werkstattmeister Albrecht Schweren lobt den Einsatz seines Praktikanten aus Eritrea. FOTO: Stadt / NGZ-Foto: L. Berns
Dormagen. Beim neuen Projekt "Schnupperzeit" der städtischen Jugendberufshilfe können Flüchtlinge bei freiwilligen Praktika und ehrenamtlicher Arbeit die Berufsfelder kennenlernen. Drei Dormagener Unternehmer beteiligen sich bereits. Von Carina Wernig

Mit einer besonderen Kooperation möchte die Jugendberufshilfe der Stadt gemeinsam mit Unternehmen dafür sorgen, dass junge Flüchtlinge von 16 bis 26 Jahren über ein Praktikum in Berufsfelder und die Arbeitswelt "hineinschnuppern" können. Daher heißt das neue Projekt "Schnupperzeit".

"Es geht um freiwillige Praktika und ehrenamtliche Tätigkeiten, die auch ohne die Erfordernis einer Arbeitserlaubnis in einem frühen Aufenthaltsstadium schon möglich sind", erläuterte Bürgermeister Erik Lierenfeld. Den Arbeitsalltag in Dormagen kennenlernen und praktische Erfahrungen zu erhalten, gebe den Menschen eine sinnvolle Beschäftigung und helfe dabei, die nächsten Schritte zur Integration zu planen, so Lierenfeld.

FOTO: stadt

Denn sowohl bei der städtischen Integrationskonferenz im März als auch bei der des Rhein-Kreises vor einigen Wochen sei es darum gegangen, wie den Flüchtlingen der Weg in den Arbeitsalltag erleichtert werden könne. "Da Flüchtlinge oft keine Arbeitspapiere oder Zeugnisse vorweisen können, weil diese auf der Flucht verloren gegangen sind, muss der Arbeitsmarkt darauf reagieren", forderte der Bürgermeister. Über die städtische Online-Praktikumsbörse "JobKomm" (www.jobkomm-dormagen.de) gibt es 50 Angebote für alle Jugendlichen - nun sollen auch Praktika für Flüchtlinge vermittelt werden.

"Wir haben innerhalb kurzer Zeit schon drei Firmen gefunden, die für Flüchtlinge Praktika anbieten", sagte Projektkoordinatorin Angelika Fernhomberg (02133 257-527). "Pädagogen werden mit einbezogen, um die Eignung festzustellen", erklärte sie. Die Unternehmensgruppe Gottfried Schultz bringt acht Flüchtlingen in Praktika die technischen Berufsbilder in Autohäusern näher. Sogar zehn zusätzliche Ausbildungsplätze sollen an Flüchtlinge mit gesicherter Bleibeperspektive vergeben werden. "Berufsqualifizierung für junge Flüchtlinge zahlt sich aus, nicht nur für die Unternehmen", sagte Personalabteilungsleiter Reiner Hanebeck. Grundvoraussetzung sind Kenntnisse der deutschen Sprache. "Das ist dann unser Part, diese Kenntnisse möglichst schnell zu vermitteln", meinte Fernhomberg.

"Mir macht das Spaß", sagte Auto-Mechatroniker-Praktikant Solomon Debreision (21) aus Eritrea, der seit drei Jahren hier lebt und aufs BBZ geht. Er arbeitet in den Shell-Tankstellen von Peter Hoß an der Hamburger- und der Düsseldorfer Straße. "Er stellt sich sehr geschickt an", lobte Werkstattmeister Albrecht Schweren. Daraus könnte sich auch ein Lehrvertrag entwickeln. Auch die Bauunternehmung Adolf Rohde beteiligt sich. "Wir wollen gern unseren Beitrag zur Integration leisten", betonte Geschäftsführer Siegfried Rohde, der in Kauf nimmt, dass es Überraschungen geben könnte: "Darauf lassen wir uns bewusst ein." "Nun hoffen wir, dass viele Unternehmen diesem guten Beispiel folgen und diese wichtige Initiative unterstützen", sagte Lierenfeld. Der Hit-Markt habe bereits Interesse signalisiert.

Quelle: NGZ
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